Die von Hydrogenious LOHC entwickelte Technologie nutzt Wärmeträgeröl zur Bindung von Wasserstoff und ermöglicht so die drucklose Lagerung bei Umgebungstemperatur.

Die von Hydrogenious LOHC entwickelte Technologie nutzt Wärmeträgeröl zur Bindung von Wasserstoff und ermöglicht so die drucklose Lagerung bei Umgebungstemperatur.

Bild: © Man Energy Solutions

Der industrielle Bedarf an grün erzeugtem Wasserstoff wächst – insbesondere bei der Dekarbonisierung des Energiebedarfs. Diese Nachfrage will ein Konsortium, bestehend aus den Firmane MAN Energy Solutions, Hydrogenious LOHC Technologies und der holländischen Frames Group B.V. mit gemeinsam entwickelten, großen Wasserstoffspeichersystemen bedienen. Hierzu haben die Unternehmen eine entsprechende Kooperationsvereinbarung unterzeichnet, heißt es in einer Pressemitteilung von MAN Energy Solutions.

Die Anlagen funktionieren auf Basis der sogenannten LOHC-Technologie (Liquid Organic Hydrogen Carrier), die von der Erlanger Firma Hydrogenious LOHC entwickelt wurde. Die Technologie nutzt das Wärmeträgeröl zur Bindung von Wasserstoff und ermöglicht so die drucklose Lagerung bei Umgebungstemperatur. Darüber hinaus wird ein gegenüber herkömmlichen Druckbehältern um das Dreifache erhöhtes Ladevolumen ermöglicht, heißt es.

"Dekarbonisierung der Schifffahrt"

"Wir sind fest davon überzeugt, dass eine zukünftige, klimaneutrale Weltwirtschaft maßgeblich auf der Nutzung von grünem Wasserstoff und anderen Gasen aus erneuerbaren Energien basieren wird“, erklärt Uwe Lauber, CEO von MAN Energy Solutions. Wasserstoff werde eine entscheidende Rolle bei der Dekarbonisierung all jener Sektoren spielen, die nicht direkt elektrifiziert werden können, wie etwa die Schifffahrt.

 “Da unsere Technologie die vorhandene Infrastruktur für konventionelle Kraftstoffe nutzt, macht sie den Import und Transport großer Mengen an grünen Wasserstoffs möglich, beispielsweise aus skandinavischen Windparks", ergänzt Daniel Teichmann, CEO von Hydrogenious LOHC Technologies. Diese Partnerschaft könne dazu beitragen, ein effizientes Transportnetz für grüne Energie auf europäischer und globaler Ebene zu schaffen. "Wir erwarten einen wachsenden Bedarf an grünen Kraftstoffen und investieren daher in die Entwicklung von Wasserstofflösungen. Wasserstoff wird sich zu einer der Gelenkstellen der Energiewende entwickeln", kommentiert Frans Roozendaal, CEO von Frames.

Klare Aufgabenteilung

Als Entwickler der LOHC-Technologie bringt Hydrogenious LOHC Technologies sein Know-how dieses Kernprozesses in die Partnerschaft ein. Frames Energy Systems baut erneuerbare Energie, Öl- und Gasverarbeitungsanlagen und ist für die Realisierung der Wasserstoff-Hydrierungsanlage verantwortlich. MAN ES komplettiert das Konsortium mit seiner Erfahrung in der Entwicklung und Fertigung von Reaktorsystemen für chemische und petrochemische Anwendungen. Das Unternehmen wird den Reaktor und die dazugehörige Dampferzeugeranlage für die Projekte liefern.

Strategische Neuausrichtung von MAN Energy Solutions

Die neue Partnerschaft ist Teil strategischen und technologischen Transformation von MAN Energy Solutions. Bereits 2017 hat das Unternehmen mit der Umsetzung einer neuen Zukunftsstrategie begonnen mit dem Ziel, das Geschäft mit nachhaltigen Technologien und Lösungen bis 2030 zur zentralen Umsatzsäule auszubauen. Bereits im März 2019 hat MAN ES 40 Prozent der Anteile an dem Elektrolysetechnikunternehmen H-TEC SYSTEMS erworben. H-TEC SYSTEMS entwickelt und produziert Elektrolyse-Stacks und Elektrolyseure zur Herstellung von Wasserstoff mit Strom. (hoe)

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