Das Warten auf Netzanschlüsse hemmt den Ladenetzausbau und damit den Hochlauf der E-Mobilität. Diese Ansicht äußerten mehrere Betreiber von Ladeinfrastruktur anlässlich des "Führungstreffens Energie" der Messe "E-world" in Essen. In der Kritik stehen neben den teils langen Wartezeiten auch die uneinheitlichen Anforderungen der Netzbetreiber in Deutschland.
Prozess "nervenaufreibend"
Der Prozess sei oft "nervenaufreibend", sagte etwa der Aral-Vorstandsvorsitzende Achim Bothe. Der Mineralölkonzern betreibt heute nach eigenen Angaben mehr als 2.200 Ladesäulen an rund 300 Standorten. Bothe fordert unter anderem, die Vorgaben deutschlandweit stärker zu vereinheitlichen, um den Aufbau des Ladenetzes zu beschleunigen.
"Fast jede Ladesäule Unikat"
Auch Tobias Bahnsen, Head of Shell E-Mobility DACH, sieht den Flaschenhals vor allem in den Rahmenbedingen für die Umsetzung von Ladestromprojekten. Sein Konzern investiert zunehmend in die Elektromobilität.
Laut Cathrin Lind, Vice President Operations EnBW Mobility+, ist aufgrund der oft uneinheitlichen Anforderungen "fast jede Ladesäule ein Unikat". Die Bauzeit neuer Standorte variiere deswegen stark. Shell-Manager Bahnsen glaube darüber hinaus nicht, dass das Ziel von 15 Millionen E-Autos bis 2030 noch zu schaffen sei.
Krischer: Risiken und "riesige Chancen"
Optimistischer gestimmt ist dagegen naturgemäß der Verkehrsminister Nordrheins-Westfalens, Oliver Krischer (Grüne). Er sehe neben Risiken auch "riesige Chancen" für die Volkswirtschaft in der laufenden Transformation. Um die anzuschieben, sollten in einem ersten Schritt klimaschädliche "Fehlanreize" etwa für konventionelle Dienstwagen abgebaut werden, forderte er. (dz)



