Welche neuen ökonomischen Chancen ergeben sich für Unternehmen mit dem Hochlauf der Elektromobilität? Dieser Frage widmet sich eine neue Studie der Landesagentur „e-mobil BW“. Die Untersuchung mit dem Titel „Wirtschaftsfaktor Ladeinfrastruktur – Potenziale für Wertschöpfung in Baden-Württemberg“ soll klären, wie sich mit dem Hochlauf der Elektromobilität neue ökonomische Chancen für Unternehmen im Südwesten ergeben.
Ein Ergebnis: Die größten Potenziale liegen zunächst in den Bereichen Hardware, Installations- und Betriebsdienstleistungen. Langfristig kommt auch der Stromverkauf hinzu.
Auch kleinere Unternehmen können profitieren
Für Baden-Württemberg zeigt sich, dass vom wachsenden Markt für Ladeinfrastruktur sowohl große als auch kleine Unternehmen profitieren können. Voraussetzung sei, dass die Politik günstige Rahmenbedingungen schafft, damit die Firmen passende Geschäftsmodelle entwickeln können.
Die Studie berechnet je nach Simulationsszenario für das Jahr 2025 ein Wertschöpfungspotenzial in Baden-Württemberg von 950 Millionen bis 1,65 Milliarden Euro. Bis zum Jahr 2030 gehen die Prognosen von einem Potenzial von 1,8 bis 4,1 Milliarden Euro aus. Für Deutschland prognostiziert die Studie ein Potenzial von 10,3 Milliarden Euro für das Jahr 2030.
Stromverkauf langfristig mit größtem Potenzial
Kurz- bis mittelfristig verfügen Hardwareverkauf und Installationsdienstleistungen über das höchste Potenzial. Langfristig prognostizieren die Studienergebnisse bis 2030 eine Verschiebung hin zum Stromverkauf. Im Leitszenario beträgt das Wertschöpfungspotenzial 2030 für baden-württembergische Unternehmen 1,45 Mrd. Euro im Stromverkauf, 800 Mio. Euro für Ladehardware und 250 Mio. Euro für Installationsdienstleistungen.
Wertschöpfung könne auch durch den Export von Waren und Dienstleistungen generiert werden. Erwartete Absatzmärkte liegen hauptsächlich in Europa. Bis 2030 könne ein Exportanteil Baden-Württembergs von 7 bis 8 Prozent am europäischen Lademarkt erreicht werden.
Positive Beschäftigungseffekte
Der Markt für Ladeinfrastruktur wirkt sich laut Studie auch auf die Beschäftigtenzahlen in Baden-Württemberg aus. Laut Schätzungen beschäftigt die Branche derzeit rund 1500 Mitarbeitende. Die Studie zeigt, dass selbst bei konservativen Entwicklungsprognosen große Gewinne in der Beschäftigungsstruktur möglich sind. Für Baden-Württemberg sei mit Zahlen zwischen 4800 und 10.200 Mitarbeitende bis 2030 zu rechnen.
IT-basierte Wertschöpfungsstufen weisen sowohl im Wertschöpfungs- als auch im Beschäftigungspotenzial einen sehr geringen Anteil aus. Dennoch nehmen diese Wertschöpfungsstufen im Gesamtsystem Ladeinfrastruktur eine fundamentale Rolle ein. Denn vor allem die Software ist Bindeglied für sektorenübergreifende Geschäftsmodelle. Weil diese aber heute noch nicht etabliert sind, sind deren Auswirkungen noch nicht ausreichend bekannt. (wa)
Die Studie zum Download.



