Die Stadtwerke München betreiben in der bayerischen Landeshauptstadt bereits über 350 Ladesäulen, bis Jahresende sollen weitere 200 hinzukommen.

Die Stadtwerke München betreiben in der bayerischen Landeshauptstadt bereits über 350 Ladesäulen, bis Jahresende sollen weitere 200 hinzukommen.

Bild: © Steffen Leiprecht/SWM

Als "wegweisend" und "zielführend" bezeichnete der BEM in einer Pressemitteilung die vergangene Woche vorgelegte Studie der Denkfabrik Agora Verkehrswende zur Erreichung der Klimaziele 2050.

"Das Papier ist der erste ernstzunehmende Ansatz, um die Ratlosigkeit der Bundesregierung bei der Erreichung der Klimaneutralität zu beenden und die Verkehrswende gemeinsame mit der Energiewende in die richtige Richtung zu steuern", erklärte Verbandspräsident Kurt Sigl.

Elektromobilität individuell und volkswirtschaftlich günstige Antriebsform

Besonders lobt der Verband das klare Votum für die batteriebetriebene Elektromobilität als Garant für die Reduktion des Kohlendioxid-Ausstoßes im Verkehrssektor. Den vieldiskutierten Ansätzen um den Wasserstoffantrieb und synthetische Kraftstoffe in der Individualmobilität werde in der Studie eine klare Absage erteilt.

Grund sei der hohe Bedarf grüner Energie, der die Zugangskosten erheblich verteuere und damit soziale Probleme bei der Nutzung alternativer Antriebe aufwerfen würde. Vor dem Hintergrund der absehbaren Energie-Bedarfe sei die Elektromobilität eine sowohl individuell wie auch volkswirtschaftlich günstige Antriebsform, die heute schon verfügbar sei und die es nunmehr auszuweiten gelte, so der BEM.

Technologieoffenheit weder energetisch noch wirtschaftlich leistbar

Mit Blick auf die EU-Klimaziele fordert der Verband einen Stopp strategischer Fehlausrichtungen der amtierenden Bundesregierung: Das Mantra der Technologie-Offenheit gilt es zu beenden. Die Politik glaube, dass der Markt und die Wirtschaft die Entscheidung für den technischen Ansatz liefern würden.

Das sei falsch und energieverschwendend – die Klimaneutralität sei ein politisches Ziel – noch immer werde es von den deutschen Automobilherstellern ignoriert. Die Technologie-Offenheit sei weder energetisch noch wirtschaftlich leistbar. COVID19 verstärke zudem die Notwendigkeit, sich auf wirtschaftlich zielführende Technologien zu konzentrieren, der Virus belaste die Bilanzen der Unternehmen heute bereits erheblich. 

"NOW falscher Akteur zur entschlossenen Förderung der Elektromobilität"

"Die NOW GmbH – also die Nationale Organisation Wasserstoff- und Brennstoffzelltechnologie – ist der falsche Akteur zur entschlossenen Förderung der Elektromobilität", so der BEM. Es brauche keine Konkurrenz der Antriebe, sondern einen neuen schlagkräftigen Träger zielgerichteten Handelns.

Gleiches gelte für die Nationale Plattform Zukunft der Mobilität NPM. Zukünftige Allianz-Organisationen aus Politik und Wirtschaft müssten Ministerien übergreifend agieren und jenseits bestehender Regulierungsschranken handeln dürfen, damit die Energie- und Mobilitätswende zusammen ausgerichtet werden könne.

Autogipfel zum Mobilitätsgipfel umwidmen

Wer heute über die Mobilitätswende spricht, müsse sich Ziele setzen: für den Anteil von elektrischen Lkw, von elektrischen Leichtfahrzeugen, dem Ausbau von Erneuerbaren Energien, vom Ausstieg aus der Produktion von Verbrennerfahrzeugen und vom Verbot von Verbrennern auf deutschen Straßen. "Wer diese Ziele nicht hat, weiß nicht, wohin der Weg gehen soll; hier muss die Bundesregierung Farbe bekennen", so der BEM.

Als Beleg der Reformwilligkeit der Regierung wäre die Umwidmung des Autogipfels zum Mobilitätsgipfel ein glaubhafter Schritt der Öffnung, heißt es weiter in der Pressemitteilung.

Erfolgreiche Entwicklung von Geschäftsmodellen

"Deutschland steht vor dem Auswechseln der Automobilflotten. Die Studie von Agora macht mehr als deutlich, dass zeitnah der Verkehr nur mit E-Fahrzeugen klimaneutral entwickelt werden kann. Jetzt braucht es die Verstärkung durch die Politik, damit die Geschäftsmodelle sich auch erfolgreich entwickeln können", so BEM-Präsident Sigl.(hcn)

Lesen Sie weiter mit Ihrem ZFK-Abonnement

Erhalten Sie uneingeschränkten Zugang zu allen Inhalten der ZFK!

✓ Vollzugriff auf alle ZFK-Artikel und das digitale ePaper
✓ Exklusive Analysen, Hintergründe und Interviews aus der Branche
✓ Tägliche Branchen-Briefings mit den wichtigsten Entwicklungen

Ihr Abonnement auswählen

Haben Sie Fehler entdeckt? Wollen Sie uns Ihre Meinung mitteilen? Dann kontaktieren Sie unsere Redaktion gerne unter redaktion@zfk.de.

Home
E-Paper