Der Mobility Data Space ist angetreten, um einen internationalen Standard für den Umgang mit Mobilitätsdaten zu schaffen. Dazu haben die Autohersteller BMW und Mercedes-Benz sowie die Volkswagen Group Info Services, der Datenmarktplatz Caruso, die Deutsche Bahn, die Deutsche Post DHL Group, Kartenanbieter Here Technologies und der Versicherer HUK-Coburg ihre Zusammenarbeit besiegelt. Mehr als 200 Institutionen aus Wissenschaft, Wirtschaft und öffentlicher Verwaltung, darunter auch Kommunen, wirken am Aufbau mit, heißt es in einer Pressemitteilung. Als erstes Bundesland werde Nordrhein-Westfalen nach dem operativen Betriebsstart am 1. Januar 2022 als Gesellschafter beitreten.
In den vergangenen Monaten wurden erste Anwendungsfälle für den souveränen Datenaustausch entwickelt. Dabei ging es etwa um die Erhöhung der Verkehrssicherheit, die Optimierung des Verkehrsflusses oder multimodale Navigations-App-Angebote. Die Anwendungen werden auf dem gerade stattfindenden ITS World Congress in Hamburg vorgestellt.
Ohne „Angst vor großen Datenkraken“
Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer: „Der Mobility Data Space schafft einen attraktiven internationalen Standard für den Umgang mit Mobilitätsdaten. Er setzt dabei auf eine starke Nutzercommunity und einen umfassenden Überblick über Angebot und Nachfrage. Gerade Startups und kreative Köpfe können ihre Ideen dadurch ohne Angst vor großen Datenkraken verwirklichen. Das Entwickeln innovativer Anwendungen wird schneller, einfacher und günstiger. Das gibt deutlichen Schub für digitale Innovationen. Es erschließt das Potenzial von Daten für mehr Effizienz, Sicherheit und Nachhaltigkeit in der Mobilität der Zukunft.“
Acatech – Akademie der Technikwissenschaften hat den Mobility Data Space im Auftrag des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) gemeinsam mit den Mobilitätsanbietern aufgebaut. Acatech-Präsident Karl-Heinz Streibich: „Der souveräne Austausch von relevanten Daten ist für unsere Gesellschaft von zentraler Bedeutung. Der Mobility Data Space ermöglicht allen, die die Mobilität der Zukunft mitgestalten wollen, den gleichberechtigten, transparenten und selbstbestimmten Austausch einer breiten Palette an Mobilitätsdaten." Das reiche von der aktuellen Wettersituation über Informationen zu Baustellen bis hin zur Luftqualität. Diese Angebotsbreite unterscheide den Mobility Data Space von vielen anderen Angeboten im Markt, die nur Teilbereiche des Mobilitätssektors abdecken.
Die Trägergesellschaft werde als Non-Profit-Organisation zunächst gar keine, später nur geringe Transaktionskosten erheben, heißt es in der Pressemitteilung. (wa)
