Das Mannheimer Energieunternehmen MVV beteiligt sich am EU-Forschungsprojekt "Nudge". Unter anderem mithilfe von Apps soll das Verbrauchsverhalten von Ladeinfrastruktur für E-Fahrzeuge verbessert werden.

Das Mannheimer Energieunternehmen MVV beteiligt sich am EU-Forschungsprojekt "Nudge". Unter anderem mithilfe von Apps soll das Verbrauchsverhalten von Ladeinfrastruktur für E-Fahrzeuge verbessert werden.

Bild: © MVV

Zehn Partner aus Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Unternehmen suchen nach Möglichkeiten, um energieeffizientes Verhalten zu fördern. Dazu zählen das Mannheimer Energieunternehmen MVV, ihr Tochterunternehmen beegy und das Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung  (Fraunhofer ISI). Sie kooperieren für das Energieffizienz-Projekt NUDGE der Europäischen Union. Das geht aus einer gemeinsamen Presseerklärung hervor.

Ziel des Gemeinschaftsprojekts von MVV, beegy und Fraunhofer sei es, den Energieverbrauch sowie insbesondere das Laden des Elektroautos zu Hause individuell zu optimieren. Dadurch könnten Kosten gesenkt und die Umwelt geschont werden, so die beteiligten Unternehmen. Das EU-Projekt folge der Idee, dass für einen reduzierten Energieverbrauch im privaten Bereich eine Änderung des Verbrauchsverhaltens notwendig sei, heißt es weiter.

Neue Alltagsroutinen

Wissenschaftlich begleitet wird das Projekt in Deutschland vom Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung. Es entwickelt die nicht-monetären Anreize für das Projekt. Die neuen Methoden sollen helfen, einen bewussteren Umgang mit Energie zu fördern, Alltagsroutinen zu hinterfragen und Einsparmöglichkeiten zu erkennen, so das Fraunhofer ISI.

100 Pilothaushalte in Mannheim und der Region sollen sich dazu an einem Feldtest beteiligen. Voraussetzung sei, dass diese eine Photovoltaikanlage mit einem Service-Vertrag von MVV besitzen. Die Hälfte der Haushalte sollte außerdem über ein Elektroauto verfügen bzw. eine entsprechende Anschaffung planen, hieß es.

App zur Ladungssteuerung

Die MVV-Kunden erhalten dabei Zugang zu einem Webportal mit Informationen zur individuellen Energiebilanz. Außerdem stünde den Pilothaushalten eine von beegy entwickelte Smartphone-App zur Verfügung. Diese ermögliche es, den selbst produzierten Solarstrom der Photovoltaikanlage zum kostenoptimierten Laden des Elektroautos zu nutzen.

Die Anreizsysteme werden in den nächsten drei Jahren in den EU-Mitgliedsstaaten Deutschland, Belgien, Griechenland, Kroatien und Portugal mit unterschiedlichen Schwerpunkten erforscht. Das EU-Projekt läuft über drei Jahre und wird durch das europäische Forschungs- und Innovationsprogramm "Horizon 2020" gefördert. (jk)

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