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Der Bundesverband eMobilität (BEM) schlägt eine größere Verantwortung der Netzbetreiber für die öffentliche Ladeinfrastruktur vor. Das geht aus einer Stellungnahme im Konsultationsverfahren der Bundesnetzagentur zum Stromnetzzugang hervor.

Dem Vorschlag zufolge fällt die Verantwortung für Installation, Anschluss und Netzintegration von Ladeinfrastruktur den Netzbetreibern zu. Sie werden dazu verpflichtet, die Grundversorgung zu gewährleisten. Menge, Auswahl der Ladepunkte sowie Standorte sollen nach Ansicht des BEM in Absprache mit der Bundesnetzagentur abgestimmt und vereinbart werden. Dazu bedarf es eines Flächenplanes, der den urbanen und ländlichen Bereich sowie den Bedarf der Schnellladefähigkeit für Langstrecken abdeckt.

Kosten durch Umlage abdecken

Die Netzbetreiber sollen ermächtigt werden, die notwendigen Kosten für Hardware, Planung, Installation und Netzanschluss durch eine allgemeine Netzentgeltumlage zu refinanzieren. Der Betrieb der Ladepunkte könne ausgeschrieben werden, der Zugang zum Betrieb sei schnittstellenunabhängig zur Verfügung zu stellen. Service- und Mietentgelte sind zulässig.

Der BEM grenzt sich nach eigenen Angabe zu Modellen ab, wonach ausschließlich Automobilhersteller oder Stromanbieter die Infrastruktur betreiben. Durch ihre Tätigkeit sieht der Verband die Gefahr, dass es zu Abgrenzungen gegenüber Nichtkunden und zu monopolartigen Preisaufschlägen an wichtigen Knotenpunkten kommen kann. Gleichzeitig könnte auch der flächendeckende Aufbau von Ladeinfrastruktur gefährdet sein, da solche Anbieter Ladepunkte nur dort errichten, wo sie Gewinn versprechen.

Nach Ansicht des BEM sollte das Ziel darin liegen, dass jedes Elektrofahrzeug an jedem öffentlichen Ladepunkt in Deutschland mit maximaler Preistransparenz und diskriminierungsfrei bei Stecker, Zahlungsmittel und Zugang während eines Ad-hoc-Ladevorgangs Strom bekommen kann – nicht zwingend mit eine App.

Gegenrechnung zu Diesel-Subventionen

Insgesamt sieht der Verband in den kommenden zehn Jahren einen zusätzlichen Bedarf von 400.000 Ladepunkten. Der dafür erforderliche Investitionsbedarf liege bei rund 9,3 Milliarden Euro – ein aus Verbandssicht vertretbarer Aufwand angesichts jährlicher Subventionen für Diesel von rund sieben Milliarden Euro. (wa)

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