Tankvorgang an einer Erdgas(CNG)-Tankstelle. Der Tankstutzen ist noch von einer älteren Generation, bei der die 90-Grad-Bewegung des Hebels Zapfsäule und Autotank zu einem geschlossenen System macht und den nötigen Druck von 150 Bar aufbaut. Modernere CNG-Tankstutzen arretieren, indem man die Pistole drückt.

Tankvorgang an einer Erdgas(CNG)-Tankstelle. Der Tankstutzen ist noch von einer älteren Generation, bei der die 90-Grad-Bewegung des Hebels Zapfsäule und Autotank zu einem geschlossenen System macht und den nötigen Druck von 150 Bar aufbaut. Modernere CNG-Tankstutzen arretieren, indem man die Pistole drückt.

Bild: © CNG-Club e. V.

OrangeGas Germany hat die CNG-Tankstellen des Oldenburger Energiedienstleisters EWE gekauft. Damit steigt das Unternehmen zum Marktführer beim Betrieb von CNG-Tankstellen in Deutschland auf. Durch den Kauf der 75 Tankstellen rechnet OrangeGas nach Angaben von Gründer und CEO Marcel Borger mit einem Umsatzplus von rund 15 Prozent. Zu der Wachstumsstrategie von OrangeGas gehöre, die Tankstellen für Nutzfahrzeuge vom Transporter bis zum schweren Lkw zu optimieren und gezielt Kunden aus der Transport- und Logistik-Branche zum Umstieg von fossilem Diesel-Fahrzeugen auf den Gasantrieb mit regenerativem Bio-CNG zu überzeugen, führt Borger aus.

"Der jetzige Verkauf der CNG-Tankstellen begründet sich damit, dass wir in unserer Konzernstrategie den Fokus im Bereich Mobilität auf das Thema batterie- und wasserstoff- getriebene Elektromobilität legen wollen", erläutert EWE-Chef Stefan Dohler den Hintergrund des Deals.

EWE treibt E-Mobilität mit eigener Gesellschaft

Im Rahmen der Konzernstrategie besetzt der EWE Konzern das Thema batterieelektrischen Antrieb mit der eigens dafür gegründete Mobilitätsgesellschaft EWE Go. Sie ist bereits heute im Nordwesten Deutschlands mit über 800 Ladepunkten Marktführer im Betrieb von E-Ladesäulen. Im Rahmen des Projekts "Hyways for Future" will EWE im Konsortium mit rund 90 Partnern aus Industrie und Politik den Markthochlauf von regenerativ erzeugtem Wasserstoff im Nordwesten vorantreiben. Im ersten Schritt liegt der Fokus dabei auf beispielhaften Anwendungen von Wasserstoff im Mobilitätssektor mit Fokus auf den Schwerlastverkehr.

Wijtze Bakker, Geschäftsführer der deutschen OrangeGas-Tochter, wiederum rechnet mit einer großen Nachfrage nach klimaschonender CNG-Mobilität. Zum einen wachse der Druck auf die Unternehmen, den schönen Worten zum Klimaschutz-Engagement auch Taten folgen zu lassen. Zum anderen sei die CNG-Mobilität für die Logistikbranche wegen des Wegfalls der Lkw-Maut und der perspektivisch niedrigeren Kraftstoffkosten auch finanziell interessant, fasst der Deutschland-Chef von OrangeGas zusammen. (amo)

Von den derzeit knapp 850 CNG-Tankstellen in Deutschland betreibt OrangeGas nach der Übernahme der EWE-Stationen rund ein Fünftel. Der Schwerpunkt liegt dabei in den Bundesländern Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Bremen, Hamburg, Thüringen und Brandenburg.

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