Elektromobilität ist in der Pfalzwerke-Gruppe als strategisches Geschäftsfeld verankert. Das Errichten und Betreiben von Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge soll in Zukunft einen deutlichen Ergebnisbeitrag leisten. Daher haben die Ludwigshafener jetzt 23 Prozent der Anteile an Enercharge übernommen. Das österreichische Unternehmen entwickelt und produziert Schnellladetechnik für E-Pkw E-Lkw und E-Busse. Zudem bietet Enercharge Sonderprodukte, etwa für Autohersteller oder Firmen mit großen Fuhrparks.
Die strategische Beteiligung „hilft uns nicht nur beim Ausbau unseres eigenen Ladenetzes, sondern ermöglicht uns, unsere Wertschöpfungskette in einem zunehmend kompetitiven Umfeld zu erweitern“, sagt Paul Anfang, Vorstand bei den Pfalzwerken. „Und wir erhöhen unsere Flexibilität gegenüber unseren Kundinnen und Kunden, können sie bestmöglich bedienen und dabei den künftigen Anforderungen des Elektromobilitätsmarktes gerecht werden.“
Kunden mit hohen Anforderungen an Verfügbarkeit
Bei der Partnerschaft mit Enercharge gehe es um mehr als das Sicherstellen von Produktionskapazitäten und Lieferketten, erklärt ein Unternehmenssprecher der ZfK. Die Pfalzwerke „kaufen Expertise in intelligenter Hochleistungsladetechnik für E-Autos, E-Lkw und E-Busse zu, um ihre Kunden adäquat bedienen zu können und für neue Kundengruppen attraktiv zu sein“.
So haben Speditionen und Logistikunternehmen, die E-Nutzfahrzeuge in die Fahrzeugflotten aufnehmen, sehr hohe Anforderungen an Verfügbarkeit, technische Features und die Interoperabilität etwa zu Flottenmanagementsystemen. „Wir erwarten uns durch die enge Verbindung zu einem Anbieter von Ladeparklösungen ein Stück mehr Unabhängigkeit und Flexibilität. Denn Ausschreibungen wie beispielsweise das Deutschlandnetz führen zu erhöhten Bedarfen bei allen Ladeparkbetreibern im Markt“, so der Sprecher.
Direkter Einfluss auf Entwicklung
Die Pfalzwerke haben eine Strategie zur Risikostreuung und -minimierung etabliert. Dazu gehören:
- Garantierte Verfügbarkeit von Hardware zum Zeitpunkt des Bedarfs für termingerechtes Ausbauen der Ladeparks
- Verlässlicher Zugriff auf Ersatzteile und direkte Serviceunterstützung
- Reduktion von Ausfällen bei Nichtverfügbarkeit von Hardware
- Minimierung der Risiken bei einem technischen (Serien-)Defekt, damit nicht die ganze Flotte betroffen ist
Von der Beteiligung erwarten sich die Pfalzwerke direkten Einfluss auf die Entwicklung – „Wir können unsere Erfahrung und die Erfahrungen der E-Mobilisten an unseren Säulen, als einer der TOP-8-Ladeinfrastrukturbetreibern in Deutschland, direkt in die Produktverbesserung einbringen.“ Außerdem könne man nun Ladetechnik entwickeln, die speziell an Pfalzwerke-Kunden etwa aus dem Einzelhandel oder den Speditionen angepasst ist.
Barrierefrei bezahlen
Und noch ein Aspekt ist den Pfalzwerken wichtig: das barrierefreie Zahlungssystem, das Enercharge selbst entwickelt hat. Man könne ohne Mitgliedschaft, Registrierung oder App einfach mittels Bank-, Kredit- oder Debitkarte bezahlen. „Wir gehen davon aus, dass sich in Zukunft neben der klassischen Bezahlung per Kreditkarte weitere Bezahlmöglichkeiten wie Apple oder Google Pay in der Mobilität etablieren werden“, teilt der Sprecher mit. Wichtig sei, dass Kunden einfach und passend zu ihren Bedürfnissen zahlen können. Sie sollen auch unabhängig vom Abschluss eines Fahrstromtarifs oder dem Roaming einen schnellen und komfortablen Zugang zum Pfalzwerke-Ladenetzwerk haben.
Größter Anteilseigner bei Enercharge bleibt mit 51 Prozent AAE Hydro Solar aus Kärnten. (wa)


