CO2-neutrale E-Fuels könnten eine Alternative zur reinen Fokussierung auf batterielektrische Fahrzeuge sein.

CO2-neutrale E-Fuels könnten eine Alternative zur reinen Fokussierung auf batterielektrische Fahrzeuge sein.

Bild: © Rainer Sturm/pixelio.de

Rund 200 Demonstrationsprojekte mit einem Investment von rund 2 Mrd. Euro im Bereich erneuerbarer Wasserstoff und synthetische Kraftstoffe gibt es weltweit, berichtete Paul Lucchese, Vorsitzender des Hydrogen Technology Collaboration Program (TCP) der Internationalen Energie-Agentur. "Wir haben schon genügend Pilotprojekte, nun muss es um die Kommerzialisierung und die Schaffung von Geschäftsmodellen gehen", unterstrich er.

Eine zentrale Herausforderung hierbei ist die Hochskalierung der Anlagen von derzeit wenigen MW zumindest in eine Größenordnung über 100 MW, um die Kosten zu senken. Neben dem Abbau regulatorischer Hürden sind wichtige Schritte hierfür ein verbesserter Know-how- und Datenaustausch zwischen den Projekten sowie eine verbesserte Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Initiativen, betonte Lucchese. Zudem müssen die Integration der Anlagen ins das gesamte Energiesystem und "Multi-Applikationen" noch mehr im Fokus stehen.

Erneuerbare Wasserstoffnutzung Thema beim nächsten G20-Gipfel

Die IEA beschäftigt sich seit ein, zwei Jahren verstärkt mit dem Thema erneuerbarer Wasserstoff und stockte auch die Zahl ihrer Experten in dem diesem Feld stark auf, so Lucchese. 23 Länder sowie Unternehmen, darunter die Hersteller von Elektrolyseuren, und Forschungsinstitute sind derzeit an dem TCP beteiligt. Erstmals steht nun auch die erneuerbare Wasserstoffnutzung auf der Tagesordnung des nächsten G20-Gipfels im Juni in Japan. Die IEA wurde beauftragt bis dahin eine Studie über Potenziale, nötige Schritte für die Markteinführung sowie Empfehlungen an die politischen Entscheidungsträger zu erarbeiten.

Klar ist für Lucchese jedenfalls, dass ein Markt für erneuerbaren Wasserstoff und grüne synthetische Kraft- und Brennstoffe international aufgebaut werden muss, schon aufgrund des hohen Flächendrucks sowie möglicher Akzeptanzprobleme für die dazu nötigen großen Erneuerbaren-Energien-Anlagen in Europa wie Wind- oder Solarparks.

Wichtige Importe – vielfältige Anwendungen

Dies unterstrich auch Hannes Seidl, Bereichsleiter Energiesysteme und Energiedienstleistungen der Deutschen Energie-Agentur (Dena) und spannte den Bogen zu den Ergebnissen der Dena-Leitstudie Integrierte Energiewende vom vergangenen Sommer. Diese habe klar gezeigt, dass Power Fuels, die zum Großteil durch Importe abgedeckt würden, eine zentrale Rolle für wirksameren Klimaschutz spielten. Hierbei gehe es um vielfältige Anwendungen, beispielsweise auch zur stofflichen Verwendung, als industrielle Prozessenergie oder im Gebäudebereich.

Um die Märkte international voranzubringen startete die Dena Im September 2018 zusammen mit Partnern aus der Industrie die Global Alliance Power Fuels. Man arbeite hierbei eng mit anderen Initiativen und Verbänden sowie der IEA zusammen, unterstrich Christoph Jugel, Leiter Energiesysteme bei der Dena. (hcn)

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