E-autos: immer noch fast anderthalb mal so teuer wie vergleichbare Benzin-Modelle, und das bei deutlich geringerer Reichweite.

E-autos: immer noch fast anderthalb mal so teuer wie vergleichbare Benzin-Modelle, und das bei deutlich geringerer Reichweite.

Bild: © fotohansel/AdobeStock

Der Strombedarf für E-Fahrzeuge, wird weniger hoch als angenommen. Zu diesem Ergebnis kommen Experten in einer Studie der Unternehmensberatung McKinsey, die der ZfK vorliegt.

In Deutschland etwa wird bis 2030 keine große Nachfrage an Strom für Elektroautos erwartet. Der Bedarf wird gerade mal ein Prozent höher sein. Das entspricht zusätzlichen fünf Gigawattstunden. Insgesamt kommt Deutschland in zwölf Jahren auf 554 Terawattstunden, so die Studie.

Bis 2050 wird der Anteil an Stromern bei 40 Prozent liegen

Im Jahr 2015 lag der Anteil der Stromer am gesamtdeutschen Pkw-Bestand bei weniger als ein Prozent. Bis 2030 sollen es nach Analysen von McKinsey sieben Prozent werden.

Bis 2050 – wenn der Anteil an E-Autos bei 40 Prozent liegen soll – wird der Strombedarf für E-Autos demzufolge lediglich auf fast vier Prozent von prognostizierten 619 TWh wachsen. Auf die E-Autos entfallen dabei 20 Gigawattstunden. Gedeckt wird der Bedarf wahrscheinlich durch erneuerbare Energien.

Erhöhte Spitzenlast zur Abendzeit

Die Lastkurve wird sich durch die Stromer jedoch ändern: Vor allem in den Abendstunden werden sich die Spitzenlasten bemerkbar machen. Dann nämlich laden die Besitzer der E-Autos ihre Fahrzeuge nach der Arbeit auf. Die Spitzenkurve könnte sich hier um bis zu 30 Prozent erhöhen. Betroffen werden vor allem Städte und städtische Gebieten auf Verteilnetzebene sein.

Vor allem in Gegenden, in denen gutverdienende Bürger leben, die sich ein zusätzliches E-Auto leisten können.
Dazu zählen die Studienautoren den Münchner Speckgürtel, den Hochtaunuskreis, sowie Wolfsburg. Überdurchschnittlich wenig private E-Autos hingegen werden in vielen ostdeutschen Regionen und zahlreichen Berliner Bezirken angeschafft.

Öffentliche Schnellladestationen könnten ein Problem werden

Weil viele Haushalte kein E-Auto besitzen und sich somit der Einfluss der Stromer in der aggregierten Gesamtsicht verringere, wird sich Anstieg der Spitzenlast bei Privathaushalten nicht so dramatisch auswirken, wie angenommen, bilanzieren die Studienautoren.

Öffentliche Schnellladestationen, etwa an Autobahnen, dürften sich hingegen bald als Herausforderung für das Stromnetz herausstellen. Hier müssten Versorger reagieren und ihre Netze dementsprechend ausbauen.

Zeitvariable Tarife und Spitzenkappung als Lösung

Energieversorgern stehen außer dem Ausbau noch andere Mittel zur Verfügung: So können sie auf das verstärkte Laden unter anderem mit zeitvariablen Tarifen reagieren. Besitzer von E-Mobilen hätten so einen Anreiz, ihre Autos erst zu einem späteren Zeitpunkt aufzuladen. Lastspitzen lassen sich laut Analysen so um die Hälfte reduzieren.

Ein weiteres Beispiel ist Spitzenkappung beim Laden: So könnte man die Ladeleistung – je nachdem wie viele Autos am Netz hängen – auf 80 Prozent beim privaten und auf 25 Prozent beim öffentlichen Laden drosseln. Der Ladevorgang würde somit smart und die Investitionen in die Netze geringer.

Intelligentes Laden

Ebenso ließen sich besonders viele Fahrzeuge aufladen, wenn Wind und Sonne enorm viel Strom produzieren. Und umgekehrt, könnte man die Leistung reduzieren, wenn eine Flaute herrscht.

Im nächsten Schritt wäre es denkbar, die Besitzer von Fahrzeugen, die nicht nur Strom laden, sondern diesen für das Netz bereitstellen, zu vergüten. Pilot-Studien zufolge, sei die Bereitschaft hier groß, am koordinierten smarten "Tanken" teilzunehmen. Abhängig von den lokalen Begebenheiten könnte daraus einr Ersparnis von hundert Euro pro E-Mobil jährlich entstehen.

Investitionen in den Netzausbau weiter nötig

Allerdings, darauf weisen die Studienautoren ebenfalls hin, einige Investitionen in den Netzausbau oder in alternative Lösungen müssten dennoch getätigt werden.

Vor allem sei es nötig, dass die Investitionen in die smarte Ladeinfrastruktur schon im Voraus geschehen. Mit E-Autos und einer smarten Infrastruktur lasse sich das Energiesystem jedoch kosteneffektiver, resilienter und grüner betreiben, so das Fazit. (sg)

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