Fahren mit Wasserstoff: Feststoffspeicher auf Magnesium-Stickstoffbasis könnten eine Alternative zu Druckgastanks werden.

Fahren mit Wasserstoff: Feststoffspeicher auf Magnesium-Stickstoffbasis könnten eine Alternative zu Druckgastanks werden.

Bild: © Baranekstuttgart/Wikipedia CC.BY 3.0

E-Fuels sollten zielgerichtet im Flug- und Schiffsverkehr eingesetzt werden, da es kaum klimaneutrale Antriebsalternativen gibt. Zu diesem Schluss kommt eine neue Studie des Öko-Instituts im Auftrag der Klima-Allianz Deutschland.
Die Forscher widersprechen damit Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU), der E-Fuels auch im Pkw-Bereich einsetzen und dies auch in der Nationalen Wasserstoffstrategie der Bundesregierung verankern will.

Anders als Scheuer sprechen sich die Autoren der Studie dafür aus, die Wasserstoffnutzung auf einige wenige Bereiche zu beschränken. Grund ist, dass eine klimaneutrale Produktion von E-Fuels in Mengen nur sehr eingeschränkt möglich ist. Im Straßenverkehr seien sie deutlich ineffizienter gegenüber rein batterie-elektrischen Antrieben.

Grundsätzlich sei die Vermeidung und Verlagerung von Verkehr auf klimafreundliche Verkehrsträger wie Bahn und ÖPNV zentral. Die geringen Mengen grünen Wasserstoffs werden laut der Studie auch in anderen Sektoren gebraucht, etwa in der Industrie.

Anhand von Referenzszenarien hat das Öko-Institut berechnet, welche Rahmenbedingungen existieren müssen, damit E-Fuels auch zum Klimaschutz beitragen. Das Problem: Um grüne E-Fuels zu produzieren, seien enorme Mengen erneuerbaren Stroms nötig. Werde etwa Kohlestrom genutzt, bestehe das Risiko, dass der Einsatz von E-Fuels Emissionen nicht senke, sondern sogar deutlich erhöhe, heißt es dazu in der Studie.

"E-Fuels können in einigen Sektoren wie Langstrecken-Luftfahrt und Seeverkehr ein letztes ergänzendes Mittel zur Treibhausgasreduktion sein. Um klimafreundliche Mobilität zu erreichen, muss aber vor allem unnötiger Verkehr vermieden, motorisierter Individualverkehr durch Verlagerung auf Rad, Bus und Bahn deutlich reduziert und effiziente Elektromobilität gefördert werden", erläutert Christiane Averbeck, Geschäftsführerin der Klima-Allianz Deutschland.

Skeptisch mit Blick auf die Debatte über Wasserstoff-Importe aus dem Ausland äußert sich Joachim Fünfgelt, Referent Energiepolitik bei Brot für die Welt: "Ein schneller Aufbau sehr großer Produktionskapazitäten der E-Fuels würde der Bevölkerung in Exportländern schaden und dem Klima wenig nützen." Stattdessen seien insbesondere für Importe aus dem Globalen Süden verlässliche Verifizierungs- und Monitoringsysteme nötig, die lokale Wertschöpfung, angemessene Beteiligung und Klimaschutz sicherstellen. "Dafür braucht es Zeit und Partnerschaften auf Augenhöhe mit der lokalen Zivilgesellschaft." (amo)

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