Beim E-Laden zuhause kann dem Vergleichsportal Check24 zufolge Geld gespart werden. Denn Verbraucher können den Stromanbieter selbst auswählen.

Beim E-Laden zuhause kann dem Vergleichsportal Check24 zufolge Geld gespart werden. Denn Verbraucher können den Stromanbieter selbst auswählen.

Bild: © Waldemar Brandt/unsplash

In vielen Regionen Deutschlands wächst der Ladesäulenmarkt – davon profitieren allerdings vor allem wenige große Anbieter. Das zeigt eine vom Ökostromanbieter Lichtblick beim Datendienstleister Statista beauftragte Auswertung des Ladesäulenregisters der Bundesnetzagentur.

"Die Analyse zeigt erneut, dass sich kein Wettbewerb unter den Ladesäulen einstellt, sondern weiterhin lokale Anbieter den Markt beherrschen", sagt Markus Adam, Chefjurist von Lichtblick. "Die Monopolsituation in der öffentlichen Ladeinfrastruktur erfordert ein neues Marktdesign, das Drittanbietern einen diskriminierungsfreien Zugang zur Ladesäule gegen ein angemessenes Entgelt ermöglicht."

Teilweise 90 Prozent Marktanteil

Regionale Stromversorger profitieren demnach von der Zusammenarbeit mit den Stromnetzbetreibern. Bei vielen von ihnen handele es sich um Tochter- oder Schwesterunternehmen. So sichert sich die Unternehmen regelmäßig Marktanteile von über 60, zum Teil sogar über 80 Prozent aller entgeltlichen Normalladeeinrichtungen.

In Hannover entfallen beispielsweise knapp 90 Prozent aller Ladepunkte auf den Energieversorger Enercity. In fast allen Großstädten zeichnet sich ein ähnliches Bild – ob Köln (88 Prozent Rheinenergie), München (85 Prozent Stadtwerke München) oder Hamburg (83 Prozent Stromnetz Hamburg), so die Auswertung weiter.

Tarife quersubventioniert

Monopolisten hätten die Wettbewerbsbedingungen somit selbst in der Hand – und damit neben den Ladebedingungen auch die Preisgestaltung an der Ladesäule. Zum Teil zahlten Drittanbieter für den Ladestrom daher doppelt so viel an die Ladesäulenbetreiber, wie diese von ihren eigenen Kund*innen verlangen.

"Damit quersubventionieren sie ihre eigenen Tarife – und profitieren pro Ladevorgang gleichzeitig noch von der THG-Quote 'fremder' Ladesäulennutzer*innen. Ein klarer Fall von Preisdiskriminierung", so Adam.

Dritte Auswertung

In einigen Städten wie Köln (Rheinenergie 2021: 71 Prozent), Leipzig (Stadtwerke 2021: 73 Prozent) oder Nürnberg (N-ERGIE 2021: 79 Prozent) hätten Monopolisten ihre Vormachtstellung demnach weiter ausgebaut.

Insgesamt wurden über 3300 Betreiber mit 46.956 Normalladepunkten und 8870 Schnellladepunkte ausgewertet. Die Analyse erfolgte zum dritten Mal. (jk)

Lesen Sie weiter mit Ihrem ZFK-Abonnement

Erhalten Sie uneingeschränkten Zugang zu allen Inhalten der ZFK!

✓ Vollzugriff auf alle ZFK-Artikel und das digitale ePaper
✓ Exklusive Analysen, Hintergründe und Interviews aus der Branche
✓ Tägliche Branchen-Briefings mit den wichtigsten Entwicklungen

Ihr Abonnement auswählen

Haben Sie Fehler entdeckt? Wollen Sie uns Ihre Meinung mitteilen? Dann kontaktieren Sie unsere Redaktion gerne unter redaktion@zfk.de.

Home
E-Paper