Präsentation der konzernweiten digitalen Plattform für das „Volkswagen We“-Ökosystem (v.l.): Michael Jost (Leiter Strategie der Marke Volkswagen und Konzern Strategie Produkt), Jürgen Stackmann (Vertriebsvorstand der Marke Volkswagen), Philipp Reth (CEO der Volkswagen-Tochter UMI Urban Mobility International) und Christoph Hartung (Leiter Digital & New Business/Mobility Services der Marke Volkswagen)

Präsentation der konzernweiten digitalen Plattform für das „Volkswagen We“-Ökosystem (v.l.): Michael Jost (Leiter Strategie der Marke Volkswagen und Konzern Strategie Produkt), Jürgen Stackmann (Vertriebsvorstand der Marke Volkswagen), Philipp Reth (CEO der Volkswagen-Tochter UMI Urban Mobility International) und Christoph Hartung (Leiter Digital & New Business/Mobility Services der Marke Volkswagen)

Bild: © Volkswagen

Volkswagen setzt sich konkrete Ziele zum Ausstieg aus der Verbrennertechnologie. "Im Jahr 2026 beginnt der letzte Produktstart auf einer Verbrennerplattform", sagte VW-Chefstratege Michael Jost am Dienstag auf dem "Handelsblatt Autogipfel 2018" in Wolfsburg. VW setzt künftig wie die gesamte Branche vornehmlich auf Elektroantriebe und will sich von Benzinern und Diesel trennen.

Die Ziele des Pariser Klimaabkommens könnten nur dann erreicht werden, wenn im Jahr 2050 kein Auto mehr mit Verbrennungsmotor auf den Straßen fährt, sagte Jost dem "Handelsblatt" zufolge. VW rechne daher damit, die letzten Verbrenner etwa um 2040 zu verkaufen. "Das erste Stoppschild wird dann gesetzt." Demnach dürften die letzten neuen Modelle als Benziner oder Diesel in den frühen 2030er Jahren auf den Markt kommen.

Eine Investition von 44 Mrd. Euro in den kommenden fünf Jahren

Europas größter Autobauer hatte Mitte November angekündigt, seine Investitionen in Elektromobilität, autonomes Fahren und Digitalisierung in den kommenden fünf Jahren auf knapp 44 Mrd. Euro aufzustocken. Davon seien 30 Mrd. Euro für die Elektromobilität bestimmt, sagte Konzernchef Herbert Diess.

Diesen Schwenk in der Unternehmensstrategie begrüßen sogar Umweltverbände: "Es ist gut, dass Volkswagen als erster großer Hersteller die Konsequenzen aus einer schlichten Wahrheit zieht: Der Verbrennungsmotor verhindert Klimaschutz. Jetzt kann endlich darüber diskutiert werden, wie der CO2-Ausstoß auch im Verkehr sinken kann", kommentierte Greenpeace-Verkehrsexperte Benjamin Stephan. Die Herausforderung sei aber groß: Um die in Paris vereinbarten Klimaziele zu erreichen, müsse die Autobranche den Umstieg jedoch gut zehn Jahre schneller abschließen als VW ihn bislang plant. 

Greenpeace: Volkswagen muss sich zum Dienstleister für Mobilität entwickeln

"Wirklich zukunftsfähig aber werden Autohersteller nur, wenn sie über den Austausch des Antriebs hinausgehen", betont Stephan. Es gehe darum, in überfüllten Städten die Zahl der Autos zu verringern und den Menschen öffentlichen Raum zurückzugeben. Dabei werde Verkehr zu einer sauberen Dienstleistung, die mehr Menschen ganz ohne eigenes Auto an ihr Ziel bringe. "Nur wenn Volkswagen sich ehrgeizige Ziele als Dienstleister für Mobilität setzt, wird der Konzern seine Position als Marktführer langfristig verteidigen.“

Im Rahmen der Digitalisierung hat Volkswagen im August den Aufbau einer konzernweiten Plattform für das "Volkswagen We"-Ökosystem präsentiert. Der Konzern plant 3,5 Mrd. Euro Investitionen in die Digitalisierung bis 2025. Damit sich das Auto zum zentralen Knotenpunkt im Internet der Dinge entwickelt. "Wir haben eine klare Vision: Wir bleiben Hersteller vielfach überlegener Fahrzeuge. Aber künftig werden sich unsere Volkswagen zunehmend zu digitalen ‘Devices’ auf Rädern entwickeln”, sagte Jürgen Stackmann, Vertriebsvorstand der Marke Volkswagen. “Unsere Kunden werden Teil eines Ökosystems, das wir ‘Volkswagen We’ nennen." Es ergänze das Volkswagen-Erlebnis auf Rädern und hole die digitale Lebenswelt unserer Kunden ins Auto. Zudem wolle man durch offene Schnittstellen auch Dritte ermuntern, sich mit eigener Software am Entstehen einer starken Community zu beteiligen. (dpa/al)

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