Das Projekt untersucht, wie Mobilität auch bei disruptiven Ereignissen wie Pandemien funktionieren kann.

Das Projekt untersucht, wie Mobilität auch bei disruptiven Ereignissen wie Pandemien funktionieren kann.

Bild: © TU Dresden

Mobilität sollte auch in Zeiten von Pandemien, Klima- und Strukturwandel funktionieren. Aber wie ist widerstandsfähiger und nachhaltiger Verkehr trotz solcher Herausforderungen in Zukunft möglich?

Das Forschungsprojekt Motus widmet sich dieser Frage. In den kommenden drei Jahren wird untersucht, welche Maßnahmen Kommunen ergreifen können, um ihr Verkehrssystem auch bei Auftreten disruptiver Ereignisse nachhaltig und resilient zu gestalten.

Disruptive Szenarien durchspielen

Am Ende des Projekts steht eine Simulationsplattform. Sie soll kommunalen Entscheidungsträgern ermöglichen, verschiedene disruptive Szenarien für ihr Verkehrssystem durchzuspielen und geeignete Gegenmaßnahmen abzuleiten.

Hinter Motus stehen die Technische Universität (TU) Dresden und der Universität Kassel mit insgesamt vier involvierten Professuren. Ergänzt wird das interdisziplinäre Projektkonsortium durch das Unternehmen „Teralytics“, das in der Corona-Pandemie für das Robert-Koch-Institut Mobilfunkdaten umfangreich und aussagekräftig ausgewertet hat.

Die Pandemie stellt die Mobilität auf den Kopf

Corona stellt den Alltag und das Mobilitätsverhalten vieler Menschen auf den Kopf. Gewohnte Wege entfallen, passendere Alternativen werden für bis dato bewährte Verkehrsmittel gesucht. Kommunen richten kurzfristig Pop-Up-Fahrradwege ein und auch das Auto ist bei vielen Verkehrsteilnehmern wieder stärker in den Fokus gerückt.

Urbane Verkehrssysteme müssen derartige Veränderungen in Zukunft mit hoher Wahrscheinlichkeit öfter meistern. Zusätzlich erwachsen Herausforderungen durch den Klimawandel. Diese waren in diesem Jahr im Ahrtal in extremem Ausmaß zu beobachten. Schließlich fordert auch der Strukturwandel etwa in den Braunkohlerevieren Aufmerksamkeit.

Daten aus unterschiedlichen Quellen nutzen

Die Grundlage für die in Motus zu entwickelnde Simulationsplattform und den daraus abgeleiteten Maßnahmenkatalog sollen unterschiedlichste Verkehrsdaten bilden: Das können Mobilfunk-, Drohnen-, Detektor-, Unfall- oder Befragungsdaten aus urbanen Verkehrssystemen sein. Hierbei werden nicht nur neu erhobene Datensätze verwendet, sondern auch solche, die vor und während der Corona-Pandemie erhoben wurden.

Da Motus sich an kommunale Entscheidungsträger und Entscheidungsträgerinnen richtet, sollen zwei Modellkommunen einbezogen werden. Diese können von den Forschungsergebnissen unmittelbar profitieren. Bevorzugt werden Kommunen aus den Braunkohlerevieren mit einem urbanen Verkehrssystem und der Bereitschaft, Verkehrsdaten für Forschungszwecke zur Verfügung zu stellen. (wa)

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