Bundesverkehrsminister Volker Wissing, FDP

Bundesverkehrsminister Volker Wissing, FDP

Bild: © BMDV/Laurence Chaperon

Bundesverkehrsminister Volker Wissing will beim Auto voll auf die Elektromobilität setzen. Der FDP-Politiker sagte dem Dienst „Tagesspiegel Background“: „Wir müssen die verschiedenen Energieträger dort einsetzen, wo sie am effizientesten sind. Das ist beim Pkw der E-Antrieb.“ Wissing schlägt damit einen anderen Kurs ein als sein Vorgänger Andreas Scheuer (CSU), der auch auf den Einsatz synthetischer Kraftstoffe (E-Fuels) gesetzt hatte.

E-Fuels werde man vor allem für den Flugverkehr brauchen. „Auf absehbare Zeit werden wir aber nicht genug E-Fuels haben, um die jetzt zugelassenen Pkw mit Verbrennungsmotor damit zu betreiben.“ Beim Blick auf die EU-Regulierung sehe man, dass die Entscheidung für die E-Mobilität längst gefallen sei. Wenn der Umstieg forciert werde, könne Deutschland auch das von der neuen Bundesregierung angestrebte Ziel von mindestens 15 Millionen vollelektrischen Pkw bis 2030 schaffen, so Wissing.

Autos laden soll bezahlbar bleiben

Die Bundesregierung werde dafür sorgen, dass das Laden mit regenerativem Strom bezahlbar bleibe, versprach der Minister. Deshalb könne er nur dazu raten, auf CO2-neutrale Antriebe umzusteigen. Die Nutzung fossiler Kraftstoffe werde in Zukunft teurer werden.

Den Städten will Wissing erleichtern, auf ihren Straßen Tempo 30 vorzuschreiben. „Die Kommunen wissen am besten, was für ihre Bewohner gut ist. Deshalb bin ich offen für unterschiedliche Lösungsansätze und Experimentierfelder.“ Er sei aber nicht überzeugt von einem flächendeckenden Tempo 30. An Durchgangsstraßen sei diese Geschwindigkeitsbegrenzung eher weniger sinnvoll.

Der Leiter Verkehrspolitik beim Umweltverband BUND, Jens Hilgenberg, sagte, die klare Absage an E-Fuels im Pkw sei folgerichtig. „Synthetische Kraftstoffe sind mit Blick auf Energieeffizienz, Preis und Verfügbarkeit jetzt und auch in Zukunft keine Option für den Pkw.“ Neben dem klaren Bekenntnis zum E-Auto brauche es jetzt Vorgaben zum Energie- und Ressourcenverbrauch bei Herstellung, Betrieb und Recycling neuer Fahrzeuge. Zudem sei eine Überarbeitung der Kfz-Steuer und eine Ergänzung durch ein Bonus-Malus-System zielführend.

ADAC widerspricht mit Blick auf den Bestand

Dagegen hält der ADAC E-Fuels für elementar, um Klimaschutzziele zu erreichen. Technikpräsident Karsten Schulze sagte, trotz eines ambitionierten Hochlaufs der Elektromobilität würden 2030 noch mindestens 30 Millionen Bestandsfahrzeuge mit Diesel- oder Ottomotor in Deutschland unterwegs sein. „Ohne E-Fuels werden diese nicht CO2-reduziert genutzt und perspektivisch klimaneutral betrieben werden können.“ Deshalb sei für den Bestand eine Beimischung sinnvoll und wichtig.  (dpa/wa)

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