Die Europäische Kommission hat einer Förderung der von dem schwedischen Unternehmen Northvolt in Schleswig-Holstein geplanten Batteriezellfabrik für die E-Mobilität durch die Bundesregierung zugestimmt. Damit ist der Weg frei für Mittel in Höhe von 902 Millionen Euro – zusätzlich zu einer bereits bestehenden IPCEI-Förderung von rund 155 Millionen Euro.
60 GWh jährlich
Geplant ist eine sogenannte Gigafactory im schleswig-holsteinischen Heide mit einem jährlichen Produktionsvolumen von 60 GWh. Das Bundeswirtschaftsministerium hofft, dass im Jahr 2026 die ersten Batteriezellen ausgeliefert werden. Batteriezellen wertet das Haus von Minister Robert Habeck (Grüne) als Schlüsseltechnologie.
Mit dem jetzt genehmigten Zuschuss hat Deutschland verhindert, dass Northvolt seine Fabrik in den USA errichtet. Der 2022 verabschiedete Inflation Reduction Act fördert unter anderem Batterie- und Wasserstofftechnologien in den Vereinigten Staaten massiv.
Vestager: Maßnahme wahrt Wettbewerb
"Diese Maßnahme im Umfang von 902 Mio. Euro ist die erste Einzelbeihilfe, die genehmigt wurde, um zu verhindern, dass eine Investition in ein Land außerhalb Europas verlagert wird", erklärte Margrethe Vestager, EU-Kommissarin für Wettbewerb. Die Genehmigung stütze sich auf eine Bestimmung zur Krisenbewältigung aus dem März des vergangenen Jahres und wahre einen fairen Wettbewerb im Binnenmarkt, so Vestager.
Kosten von insgesamt 4,5 Milliarden Euro
Die Bundesregierung bemühte sich früh um das Projekt. 2022 erhielt Northvolt 155,4 Millionen Euro von Bund und Land im IPCEI-Rahmen (Important Projects of Common European Interest). Dazu kommen jetzt 700 Millionen Euro in Form eines direkten Zuschusses sowie eine Garantie über weitere 202 Millionen Euro. Northvolts Fabrik in Deutschland soll insgesamt etwa 4,5 Milliarden Euro kosten.
Dadurch sollen laut dem Wirtschaftsministerium 3.000 direkte Arbeitsplätze in Heide "und Tausende weitere" in der umliegenden Industrie und im Dienstleistungssektor entstehen. (dz)


