Dieses Jahr produzierten Windkraftanlagen in Deutschland insgesamt deutlich weniger Strom als im Vorjahr. Da sind die EnBW-Windräder keine Ausnahme.

Dieses Jahr produzierten Windkraftanlagen in Deutschland insgesamt deutlich weniger Strom als im Vorjahr. Da sind die EnBW-Windräder keine Ausnahme.

Bild: © Raychel Sanner/Unsplash

Die Betreiber von Erneuerbare-Energien-Anlagen haben 2021 über 807 Mio. Euro an Entschädigungsansprüchen hatten, weil ihr Strom wegen Netzengpässen nicht eingespeist werden konnte. Das geht aus dem Bericht der Bundesnetzagentur (BNetzA) zum Netzengpassmanagement 2021 hervor.

Beim Einspeisemanagement handelt es sich um eine Sicherheitsmaßnahme, um das Netz von Engpässen zu entlasten. Den Ausgleich für die fehlenden Einnahmen müssen allerdings die Netzbetreiber zahlen. Sie legen das Geld dann über die Netzentgelte auf die Stromkunden um.

Netzausbau in Gang bringen

Die Linksfraktion im Deutschen Bundestag hat die Nicht-Nutzung von klimaneutral erzeugtem Strom nun heftig kritisiert. "Es ist grotesk, dass wir über die Gefahr von Blackouts diskutieren und gleichzeitig Strom im Wert von über 800 Millionen Euro jährlich weggeschmissen wird", sagte Bundestagsfraktionschef Dietmar Bartsch am Montag in Berlin laut einer Mitteilung.

Es sei "inakzeptabel", dass dafür Stromkunden über steigende Netzentgelte zur Kasse gebeten würden. Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) müsse den schleppenden Netzausbau "endlich" in Gang bringen und die Verbraucher vor solchen Kosten schützen. Zuvor hatte das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) darüber berichtet.

Großteil geht an Windkraftbetreiber

Dem Bericht der BNetzA zufolge gingen 93 Prozent der Entschädigungen 2021 an Betreiber von Windkraftanlagen vor allem in Norddeutschland, weitere gut 5 Prozent an Photovoltaikanlagen-Betreiber. Wegen der Netzeingriffe wurden 2021 gut 5800 Gigawattstunden (5,8 Mrd. kWh) Strom nicht genutzt.

Zum Vergleich: Windkraftanlagen in Deutschland speisten 2021 insgesamt 111.500 Gigawattstunden (111,5 Mrd. kWh) Strom in die Netze ein. Dreistellige Entschädigungszahlungen waren auch schon in den Vorjahren geflossen. 2020 waren es 761 Mio. Euro für gut 6100 Gigawattstunden (6,1 Mrd. kWh), ein Jahr zuvor 710 Mio. Euro für 6500 Gigawattstunden (6,5 Mrd. kWh). (jk, mit dpa-Material)

Lesen Sie weiter mit Ihrem ZFK-Abonnement

Erhalten Sie uneingeschränkten Zugang zu allen Inhalten der ZFK!

✓ Vollzugriff auf alle ZFK-Artikel und das digitale ePaper
✓ Exklusive Analysen, Hintergründe und Interviews aus der Branche
✓ Tägliche Branchen-Briefings mit den wichtigsten Entwicklungen

Ihr Abonnement auswählen

Haben Sie Fehler entdeckt? Wollen Sie uns Ihre Meinung mitteilen? Dann kontaktieren Sie unsere Redaktion gerne unter redaktion@zfk.de.

Home
E-Paper