Blick aufs Kraftwerk Jänschwalde in Brandenburg. (Symbolfoto)

Blick aufs Kraftwerk Jänschwalde in Brandenburg. (Symbolfoto)

Bild: © Leag

In der Energiekrise sollen nach Steinkohlekraftwerken bald auch Braunkohlekraftwerke in den Strommarkt zurückkehren. Eine Versorgungsreserve soll wie geplant zum 1. Oktober starten, wie aus einem der Deutschen Presse-Agentur vorliegenden Papier hervorgeht. Das Bundeswirtschaftsministerium leitete dazu am Freitag die Ressortabstimmung ein.

Dabei handelt es sich um Braunkohlekraftwerksblöcke, die sich aktuell in der sogenannten Sicherheitsbereitschaft befinden. Betroffen sind laut Papier die Leag-Kraftwerksblöcke Jänschwalde E & F im Lausitzer Revier sowie die RWE-Kraftwerksblöcke Niederaußem E & F und Neurath C im Rheinischen Revier. Sie sollen demnach zunächst befristet bis zum 30. Juni 2023 an den Markt zurückkehren können.
 

Um Gas zur Stromerzeugung zu sparen, waren schon Steinkohlekraftwerke aus der Reserve ans Netz zurückgekehrt - als erstes Steinkohlekraftwerk Anfang August das Kraftwerk Mehrum im niedersächsischen Hohenhameln und Ende August das Kraftwerk Heyden im nordrhein-westfälischen Petershagen an der Grenze zu Niedersachsen. Weitere Anlagen bereiteten die Marktrückkehr derzeit vor, heißt es in dem Papier.

Kabinett muss noch zustimmen

Wirtschafts- und Klimaschutzminister Robert Habeck (Grüne) hatte die Rückkehr klimaschädlicher Kohlekraftwerke mit Blick auf den Klimaschutz wiederholt als bittere Nachricht bezeichnet, sie sei aber wegen der Folgen des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine unvermeidlich. Mit der Rückkehr soll die Vorsorge für den Winter verstärkt werden. Die Regierungsverordnung zu den Braunkohlekraftwerken muss noch vom Kabinett beschlossen werden.

Insgesamt könnten wegen der Verordnung sofort 1,9 Gigawatt Braunkohle in den Markt zurückkehren, hieß es. Das Ministerium sei seit mehreren Monaten mit den Betreibern im Austausch, damit die nötigen Vorbereitungsmaßnahmen ergriffen werden. Die Entscheidung über den konkreten Zeitpunkt der Marktrückkehr obliege den Kraftwerksbetreibern. (dpa/hoe)

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