Die hohen Strompreise setzen vielen Energieversorgern zu – und treiben offenbar so manches Unternehmen zunehmend in die Insolvenz.

Die hohen Strompreise setzen vielen Energieversorgern zu – und treiben offenbar so manches Unternehmen zunehmend in die Insolvenz.

Bild: © Dhahi Alsaeedi/Unsplash

Zahlreiche Unternehmen aus der Solar- und Ökostrombranche haben vor den möglichen Folgen einer Strompreisbremse gewarnt. "Wir möchten noch einmal eindringlich davor warnen, in die Strompreisbildung staatlich einzugreifen. Das hebelt den Wettbewerb aus, und führt zu steigenden Preisen und Mitnahmeeffekten", heißt es in einem Brief an Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) und die Mitglieder des Energie und Klimaschutzausschusses, der der ZfK vorliegt.

Daneben argumentieren die unterzeichnenden Unternehmen, dass ein Energiegeld pro Kopf das angemessene Mittel sei, um die Verwerfungen zu verhindern, die etwa bei einer pauschalen Basismenge mit Rückzahlung über die Kilowattstunde des Strompreises entstehen könnten. Unterschrieben ist der Brief von Ökoenergieanbietern wie unter anderem Naturstrom, Enpal, Sonnen und Polarstern.

Umstieg auf Solar wird erschwert

"Die Entlastung der Verbraucher darf nicht zum Bürokratiemonster werden", erklärt dazu Markus Meyer, Leiter Energiepolitik bei Enpal. "Vergünstigte Basispreis-Kontingente können zu Verwerfungen etwa beim Energiesparen oder beim Umstieg auf Solar führen und erhöhen die Komplexität bei der Abrechnung gewaltig. Wenn die Strompreisbremse schon auf Kosten der Energiewirtschaft abgewickelt werden soll, dann doch wenigstens mit Hilfe einer pauschalen monatlichen Gutschrift."

Werde der Strompreis beispielsweise auf 30 Ct/kWh in Kombination mit einer Basismenge beim Endkunden gedeckelt, bestehe bei den Lieferanten der Anreiz, den Strompreis möglichst hochzusetzen, um aus der Differenz möglichst hohe Gewinne erzielen zu können. Zudem würden Kunden nicht mehr auf den Strompreis ihres Lieferanten oberhalb der vom Gesetzgeber definierten Schwelle achten, da der Staat niedrige Preise garantiere.

Keine Anreize zum Energiesparen

In der Praxis führt die kWh-genaue Abrechnung außerdem zu einem massiven Abwicklungsaufwand für Lieferanten und Netzbetreiber, heißt es in dem Brief. Denn die Subventionshöhe pro kWh sei abhängig vom individuellen Kunden sowie dem Zeitpunkt und dem Preis, zu welchem er den Stromvertrag abgeschlossen hat.

Daneben würde die Einführung einer Basismenge dazu führen, dass Kunden die Anreize Strom zu sparen genommen und der Umstieg auf Solarenergie massiv erschwert würde.

Abwicklung über Gutschrift

Sollte es zu einer kilowattstundenbasierten Strompreisbremse mit Fixpreis bei einer bestimmten Basismenge kommen, sei die konkrete Ausgestaltung entscheidend. Die unterzeichnenden Unternehmen schlagen eine pauschale und staatlich organisierte Auszahlung vor - also eine bestimmte Summe, die jeder Bürger über einen gewissen Zeitraum erhält. (jk)

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