2018 wurden in Deutschland 4,2 Prozent weniger Treibhausgase im Vergleich zum Vorjahr ausgestoßen. Um die Klimaziele zu erreichen muss dieser Trend jedoch fortgesetzt werden.

2018 wurden in Deutschland 4,2 Prozent weniger Treibhausgase im Vergleich zum Vorjahr ausgestoßen. Um die Klimaziele zu erreichen muss dieser Trend jedoch fortgesetzt werden.

Bild: © jozsitoeroe/Adobe Stock

Der Bund hat mit Grünen Bundeswertpapieren im vergangenen Jahr Emissionserlöse in Höhe von 11,5 Milliarden Euro erzielt. In dem heute veröffentlichten Allokationsbericht für Grüne Wertpapiere werden diesen Einnahmen die als grün anerkannten Ausgaben des Bundeshaltes 2019 zugeordnet. Unter anderem  dem Ausbau des Schienenetzes, dem Bau von Radwegen, der Förderung der Elektromobilität sowie Forschungsausgaben für die Digitalisierung der Energiewende.

Den Emissionserlösen stehen anrechenbare grüne Ausgaben des Haushaltsjahres 2019 in Höhe von insgesamt 12,3 Milliarden Euro gegenüber. Bei steigenden grünen Ausgaben können perspektivisch entsprechend mehr grüne Bundeswertpapiere emittiert werden.

Großer Erfolg mit erster Grünen Bundesanleihe in 2020

Die Finanzagentur hatte für den Bund im September 2020 die erste zehnjährige Grüne Bundesanleihe und im November 2020 die erste fünfjährige Grüne Bundesobligation an den Markt gebracht. Das Emissionsvolumen der zehnjährigen Grünen Bundesanleihe betrug 6,5 Milliarden Euro, das der fünfjährigen Grünen Bundesobligation fünf Milliarden Euro. Ihnen werden Haushaltsausgaben zugeordnet, die einen Beitrag zum Klima- und Umweltschutz leisten.

Für die Begebung Grüner Bundeswertpapiere wurde eine spezielle Emissionsstrategie entwickelt: Das Zwillingskonzept sieht vor, dass jedes Grüne Bundeswertpapier dieselben Ausstattungsmerkmale (Kupon, Fälligkeit) erhält wie ein bereits begebenes, konventionelles "Zwillingspapier". Mit diesem Konzept schafft der Bund erstmals die Möglichkeit, die Prämie direkt abzulesen, die Investoren bereit sind, für die Eigenschaft "grün" zu zahlen ("Greenium").

So können die Preise des Grünen Bundeswertpapiers und des konventionellen Zwillings im Sekundärmarkt direkt verglichen werden. Bezogen auf die Rendite bewegt sich die Prämie aktuell zwischen drei und fünf Basispunkten.

"Aufbau einer liquiden grünen Zinskurve"

"Der Marktauftritt des Bundes mit Grünen Bundeswertpapieren war goldrichtig. Durch das innovative Zwillingskonzept ist es uns gelungen, den Preisvorteil für grüne Emissionen klar aufzuzeigen“, erklärte Finanz-Staatssekretär Jörg Kukies. Damit und durch den Aufbau einer liquiden grünen Zinskurve habe der Bund enorm zum Wachstum des nachhaltigen Anleihemarkts beigetragen.

Gemäß dem Rahmenwerk für Grüne Bundeswertpapiere vom 24. August 2020 hat das aus Bundesministerium der Finanzen (Vorsitz), Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit sowie der Finanzagentur bestehende Kernteam grüne Ausgaben auf Basis der Vorschläge einer interministeriellen Arbeitsgruppe und unter Berücksichtigung etablierter internationaler Marktstandards ausgewählt und den Emissionserlösen des folgenden Jahres zugeordnet. Die Allokation wurde von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte geprüft und bestätigt.

Der Bund wird künftig auch über die Wirkung der grünen Ausgaben auf Umwelt und Klima berichten. Diese Erhebung soll voraussichtlich erstmals Mitte 2022 veröffentlicht werden.

In Kürze wird erste Grüne Bundesanleihe mit einer Laufzeit von 30 Jahren emittiert

Im Mai dieses Jahres soll dann die erste Grüne Bundesanleihe mit 30-jähriger Laufzeit auf den Markt zu kommen. Dadurch soll eine grüne Renditekurve entstehen, an der Anleger für die gängigsten Bundeswertpapiere auch die zugehörigen "grünen Renditen" ablesen können und so eine Vergleichsmöglichkeit zwischen grünem und konventionellem Wertpapier haben, heißt es weiter. Dies stärke den Sustainable-Finance-Markt weiter und etabliere den Bund auch im grünen Marktsegment als Benchmark-Emittenten. (hoe)

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