Einen sozial ausgewogenen CO2-Preis, um unter anderem die klimaschädlichen Emissionen der Kohlekraftwerke zu verteuern, fordert German Watch.

Einen sozial ausgewogenen CO2-Preis, um unter anderem die klimaschädlichen Emissionen der Kohlekraftwerke zu verteuern, fordert German Watch.

Bild: © Bernd Sterzl/Pixelio

Die am europäischen Emissionshandel beteiligten Kraftwerke und Fabriken in Deutschland haben im vergangenen Jahr deutlich weniger Treibhausgase ausgestoßen. Die Emissionen sanken gegenüber 2018 um 14 Prozent, wie das Umweltbundesamt (UBA) am Donnerstag berichtete. Der Rückgang der Emissionen gehe maßgeblich auf Minderungen in den Kraftwerken zurück. Aber auch der Ausstoß der energieintensiven Industrie sei in der laufenden Handelsperiode erstmals zurückgegangen.

"Die erfolgreiche Reform des europäischen Emissionshandels zeigt Wirkung. Der stark gestiegene Preis für CO2-Zertifikate hat zu einem deutlichen Rückgang der Emissionen geführt", kommentierte Umweltministerin Svenja Schulze (SPD) die Entwicklung. Im Industriesektor müsse "noch mehr erreicht werden", forderte der Präsident des Umweltbundesamtes, Dirk Messner.

Vergangenes Jahr sanken die Emissionen um 18 Prozent

Am Emissionshandel sind rund 1850 Anlagen in Deutschland beteiligt, jeweils zur Hälfte aus dem Energie- und dem Industriesektor. Bei den Emissionen dominieren aber Kraftwerke und andere Anlagen mit rund zwei Drittel des CO2-Ausstoßes. Auf die Anlagen im Emissionshandel entfällt nur ein Teil des gesamten CO2-Ausstoßes in Deutschland, der 2019 nach UBA-Angaben um 6,3 Prozent gesunken ist.

Im vergangenen Jahr gingen die Emissionen der Energieanlagen um etwa 18 Prozent auf 244 Millionen Tonnen Kohlendioxid zurück. Damit habe sich der rückläufige Trend des Vorjahres noch einmal deutlich verstärkt, heißt es im UBA-Bericht. Wegen der stark gestiegenen Kosten für die Verschmutzungsrechte und wegen des niedrigen Gaspreises hatten Gaskraftwerke die Kohlekraftwerke mit höherem CO2-Ausstoß häufig aus dem Markt gedrängt. Der CO2-Ausstoß der energieintensiven Industrieanlagen sank um vier Prozent auf 119 Millionen Tonnen. (dpa/gun)

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