Auf Quartiersebene ist eine Versorgung mit 100 Prozent Erneuerbaren theoretisch möglich. Für die praktische Umsetzung braucht es nicht nur die Umrüstung auf entsprechende erneuerbare und energiesparende Technologien, sondern vor allem einen hohen Grad der Vernetzung von Erzeugern und Verbrauchern. Mit „SmartQuart“ soll nun ein neues Level der intelligenten Optimierung von Energieflüssen angestrebt werden.
Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier hat dazu am Montag den Förderbescheid für das Konsortium aus Unternehmen und Forschungseinrichtungen an den Konsortialführer Innogy übergeben. „Ich freue mich, dass das erste Reallabor der Energiewende jetzt die Arbeit aufnimmt. Wir entwickeln und erproben Technologien, die wir für unsere ehrgeizigen energie- und klimapolitischen Ziele brauchen und testen diesen in den Reallaboren (...) unter realen Bedingungen und im industriellen Maßstab“, so Altmaier. Insgesamt rund 20 Mio. Euro werden pro Gewinner des Ideenwettbewerbs im Rahmen des 7. Energieforschungsprogramms vom BMWi bereitgestellt.
H2 steht ganz oben auf der Agenda
Die Projektpartner wollen insgesamt drei Quartiere smart machen und diese nicht nur in sich, sondern auch miteinander vernetzen. Dabei weisen die zwei Viertel in Nordrhein-Westfalen und ein Quartier in Rheinland-Pfalz völlig unterschiedliche Voraussetzungen auf. Während es sich bei Bedburg um ein energieoptimiertes Neubaugebiet handelt, steht im urbanden Mischquartier in Essen die Nutzung von Hybrid-PV-Anlagen und Ladeinfrastruktur auf dem Plan. InKaisersesch Rheinland-Pfalz wiederum soll eine nachhaltige H2-Strktur inklusive Tankstellen und Heizgeräten etabliert werden.
Ziel ist es die Energieflüsse im Quartier so zu optimieren, dass die lokale Energienutzung erhöht und gleichzeitig das vorgelagerte Netz durch die Reduzierung der vertikalen Leistungsflüsse zu entlasten. Dazu werden Anlagen innerhalb und zwischen den Quartieren aggregiert und genutzt, das heißt es kommt zur systemischen Integration vieler Einzellösungen, wie Pufferspeicher, Ladeinfrastruktur und Anlagen zur Sektorenkopplung, im Verbund.
Partizipativer Ansatz
Der Erfolg des Projekts hängt jedoch nicht nur von technischen Innovationen ab, sondern auch von deren wirtschaftlichen Rollout und Betrieb sowie von den Menschen vor Ort. „Die Bürger und Bürgerinnen sind von Anfang intensiv in die Quartierslösungen eingebunden,“ betont Andreas Breuer, Leiter Neue Technologien bei Innogy. Sichergestellt werden solle das über Austauschtreffen und Bürgerforen. Dieser Dreiklang aus Technik, Wirtschaftlichkeit und Partizipation soll das „Smart Quart“ zur Blaupause für eine grüne Quartiersversorgung machen. (ls)
