Bundesumweltministerin Steffi Lemke bringt die Nationale Wasserstrategie am Mittwoch ins Bundeskabinett.

Bundesumweltministerin Steffi Lemke bringt die Nationale Wasserstrategie am Mittwoch ins Bundeskabinett.

Bild: © Bernd von Jutrczenka/dpa

Bundesumweltministerin Steffi Lemke will vermehrt mit Verbundnetzen und Fernleitungen Wasser aus nassen Regionen Deutschlands in trockene Gegenden bringen. «Die vergangenen Dürrejahre haben deutliche Spuren in unseren Wäldern, Seen und Flüssen und in der Landwirtschaft hinterlassen», sagte die Grünen-Politikerin der Deutschen Presse-Agentur.

Als Teil einer Nationalen Wasserstrategie will das Umweltministerium gemeinsam mit den Ländern evaluieren, wo Verbundnetze und Fernleitungen nötig sind, um regionale Unterschiede in der Wasserverfügbarkeit auszugleichen. Erste Fernleitungen gibt es bereits, beispielsweise in Stuttgart oder Hessen. Lemke will dies nun mit der Nationalen Wasserstrategie bündeln.

Erste Maßnahmen bis 2030

Am Mittwoch will sich das Bundeskabinett mit der Nationalen Wasserstrategie beschäftigten. Diese ist dem Umweltministerium zufolge auf den Zeitraum bis 2050 ausgelegt – erste Maßnahmen sollen bereits in den Jahren bis 2030 schrittweise umgesetzt werden.

Ein weiteres Ziel der Strategie ist sauberes Wasser in Flüssen und Seen, denn die Verschmutzung der Gewässer durch Pestizide, Mikroplastik oder Rückstände von Medikamenten ist hoch. «Sauberes Wasser muss immer und überall in Deutschland ausreichend verfügbar sein», sagte die Umweltministerin.

Erweiterte Herstellerverantwortung

Um das zu erreichen will Lemke die angestrebte EU-Regelung zur erweiterten Herstellerverantwortung unterstützen und schnellstmöglich einführen. Danach gilt: Wer wasserschädliche Produkte oder Wirkstoffe herstellt oder in den Verkehr bringt, muss auch verstärkt zur Beseitigung von Schäden in den Gewässern beitragen.

In Deutschland verwenden Energiewirtschaft, Bergbau und Industrie einen Großteil des Wassers dazu, um ihre Produktions- und Stromerzeugungsanlagen zu kühlen. Häufig wird es danach wieder in Flüsse oder Seen geleitet. Das im Kühlprozess erwärmte Wasser kann Gewässer aber thermisch belasten.

Wasserverbrauch nach Sektoren

Von den deutschlandweit genutzten 20 Milliarden Kubikmetern im Jahr 2019 entfielen dem Umweltbundesamt zufolge 44,2 Prozent auf den Energiesektor. Bergbau und verarbeitendes Gewerbe entnahmen zusammen 26,8 Prozent – genauso viel die öffentliche Wasserversorgung. 2,2 Prozent wurden für die Beregnung landwirtschaftlicher Flächen genutzt.

In der Nationalen Wasserstrategie werden dem Umweltministerium zufolge nun wasserbezogene Maßnahmen in allen relevanten Sektoren gebündelt. Das betreffe also Landwirtschaft und Naturschutz, Verwaltung und Verkehr, Stadtentwicklung und Industrie. (dpa/hp)















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