Die Zeichen stehen auf Kooperation: Eon und RWE.

Die Zeichen stehen auf Kooperation: Eon und RWE.

Bild: © Rolf Vennenbernd/dpa

Für Teile der Kommunalwirtschaft ist die Zerschlagung von Innogy zwischen Eon und RWE nach wie vor ein Riesenärgernis, eine Klage und ein offener Brief an Peter Altmaier folgten. Nun wird auf nachträgliche Auflagen für die beiden Energieriesen gehofft. Wie groß die Macht der beiden Unternehmen durch die Kooperation wurde, zeigt einmal mehr der Monitoringbericht der BNetzA und des Bundeskartellamtes zu den Entwicklungen auf den deutschen Elektrizitäts- und Gasmärkten.

So verwies Andreas Mundt, Präsident des Bundeskartellamtes, auf den lebhaften Wettbewerb auf den Endkundenmärkten, jedoch könnten sich „die Marktmachttendenzen bei der Stromerzeugung weiter verstärkten.“ So sind die Marktanteile der fünf größten Stromerzeuger zwar rückläufig, allerdings haben sich die relativen Gewichte in dieser Gruppe deutlich verschoben.

So ist RWE weiterhin Marktführer – mit großem Abstand zur Konkurrenz. Mundt warnt entsprechend vor einer weiteren Machtkonzentration: „Durch den fortschreitenden Rückgang an Erzeugungskapazitäten und die damit einhergehende Marktverknappung könnte RWE perspektivisch die Schwelle zur Marktbeherrschung überschreiten.“ 

Erneuerbare legen zu

Abseits der Marktanteilsverschiebungen gibt es mit Blick auf die Stromerzeugung 2019 erfreuliche Tendenzen: Die Stromerzeugung auf Basis erneuerbarer Energieträger ist  wieder etwas stärker gestiegen als im vergleichsweise schwachen Jahr 2018, dabei stieg der Anteil von Strom aus Erneuerbaren Energien am Bruttostromverbrauch auf 42 Prozent.

Bei der installierten Erzeugungsleistung war der Zubau bei den erneuerbaren Energieträgern in 2019 mit dem Vorjahr vergleichbar. Trotz eines deutlichen Anstiegs des Volumens der Abregelung von Erneuerbaren Anlagen aufgrund von Netzengpässen im Vergleich zum Vorjahr konnten im Jahr 2019 weiterhin rund 97 Prozent des Erneuerbaren Stroms zum Letztverbraucher transportiert werden.

Kohleverstromung um 27 Prozent niedriger

Die Einspeisereduzierungen und –erhöhungen von konventionellen Kraftwerken sind 2019 leicht gesunken. Die Gesamtkosten für Maßnahmen zur Aufrechterhaltung der Systemsicherheit sanken von 1,48 Mrd. Euro in 2018 auf 1,28 Mrd. Euro in 2019.

Je mehr Erneuerbare, umso weniger Kohle: Dementsprechend hat sich die Erzeugung in Kohlekraftwerken gegenüber dem Jahr 2018 um 59 TWh  verringert (27 Prozent). Die konventionelle Erzeugung insgesamt ging wie schon in den Vorjahren um 13 Prozent zurück. (lm)

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