Unter anderem gelte es in einer neuen Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) erhöhte Ausbaupfade für Photovoltaik und Windkraft an Land bis 2030 festzuschreiben, um den erhöhten Bedarf an erneuerbarem Strom abdecken zu können, unterstrich Schulze bei der virtuellen Veranstaltung des Handelsblatts.
Auf eine solche Erhöhung pochte Schulze auch schon bei der Verabschiedung des EEG 2021. Die Bundesumweltministerin rechnet mit einem zusätzlichen Strombedarf bis 2030 in Höhe von 100 Terrawattstunden (TWh), wie sie nun bei dem Energiegipfel 2021 betonte.
Schulze: 150 GW PV und 95 GW Windkraft-Onshore bis 2030
Hierzu müsse der Ausbaupfad für Photovoltaik bis 2030 auf 150 Gigawatt (GW) erhöht werden, vorgesehen sind derzeit 100 GW. Der Ausbaupfad für Windkraft an Land müsse von derzeit 71 GW auf 95 GW erhöht werden.
"Ich gehe davon, dass wir in diesem Frühjahr eine weitere EEG-Novelle beschließen werden", sagte Schulze. Gleichzeitig unterstrich sie, dass es nun vor allem um die Umsetzung von Maßnahmen und nicht primär um die Formulierung neuer Ziele im Bereich des Klimaschutzes und der Energiewende gehe.
Noch keine Koalitions-Einigung bei CO2-Umlage
In punkto zusätzlicher Kostenbelastung durch die angelaufene CO2-Bepreisung bei den Heizkosten warb Schulze für ihren Kompromissvorschlag einer hälftigen Teilung der CO2-Umlage zwischen Mietern und Vermietern. Derzeit liefen hierzu noch die Gespräche innerhalb der Regierungskoalition, eine Einigung habe es bisher noch nicht gegeben.
Zentral sei es, die Lenkungswirkung der CO2-Abgabe auf fossile Heizstoffe im Sinne eines Umstiegs auf möglichst klimaschonende Heizsysteme sicherzustellen, betonte Schulze. Und hier seien die Vermieter und Eigentümer gefragt.
Grimm: Abgaben- und Umlagenreform überfällig
Schulze unterstrich zudem erneut die große Bedeutung der Umsetzung einer nationalen Wasserstoff-Strategie, wobei Wasserstoff kein „Wundermittel“ sei. Für einen Mix beim grünen Wasserstoff via eine direkte Nutzung überschüssigen Stroms vor Ort und den Transport via Gasnetze zur Versorgung anderer Regionen sprach sich 50-Hertz Chef Stefan Kapferer aus.
Die große Bedeutung einer Abgaben- und Umlagenreform beim Strompreis, den Abbau klimaschädlicher Subventionen sowie die Weiterentwicklung des europäischen Emissionshandels betonte die Wirtschaftsweise Veronika Grimm. (hcn)
