Derzeit ist nachhaltig produzierter Wasserstoff noch nicht in größeren Mengen verfügbar.

Derzeit ist nachhaltig produzierter Wasserstoff noch nicht in größeren Mengen verfügbar.

Bild: © luchschenF/Adobe Stock

Die Technologien zur Herstellung von grünem Wasserstoff sind ausgereift. Aus technischer Sicht können Anlagenbauer bei entsprechenden Rahmenbedingungen schon heute ein GW Elektrolyseleistung pro Jahr bereitstellen. Der Deutsche Wasserstoff- und Brennstoffzellen-Verband (DWV), der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) und der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) appellieren deshalb an die Politik, regulatorische Hürden abzubauen und die rechtlichen Rahmenbedingungen für einen internationalen Wasserstoffmarkt zu setzen. In einem am Wochenende veröffentlichten gemeinsamen Positionspapier wird zudem eine deutliche Forcierung des Ausbaus der erneuerbaren Energien gefordert. Dies sei allein mit Blick auf den steigenden Strombedarf für die schwer zu "defossilisierenden Sektoren notwendig".

Keinen Sektor ausschließen

Die Bundesregierung ringt seit Monaten um eine nationale Wasserstoffstrategie, Ende Januar hatte Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier einen Entwurf in die Ressortabstimmung gegeben, Anfang der zweiten Märzhälfte soll dieser im Kabinett abgestimmt werden. "Die Nationale Wasserstoffstrategie bietet die Chance, kurzfristig Leitplanken für die effiziente Markteinführung des grünen Wasserstoffs zu setzen", erklärte Werner Diwald, der Vorstandsvorsitzende des DWV. Zentral sei dabei die Schaffung eines Marktdesigns, "dass die Nachfrage im Verkehr nach grünem Wasserstoff und deren Folgeprodukte noch in 2020/21" anreize. Hierzu muss laut Pressemitteilung die Erneuerbare-Energien-Richtlinie II schnell und ambitioniert in nationales Recht umgesetzt und eine Diskriminierung oder ein Ausschluss einzelner Sektoren bei der Nutzung von Wasserstoff- und Power-to-X-Technologien vermieden werden.

Drei bis fünf GW bis 2025 erreichbar

Der Heimatmarkt müsse schnell entwickelt und die internationale Zusammenarbeit weiter gestärkt werden. Nur so könne die Technologieführerschaft in Exporterfolge münden. Das Thema müsse im Rahmen der in Kürze anstehenden EU-Ratspräsidentschaft weiter vorangetrieben werden. Das im Entwurf der Wasserstoffstrategie dargelegte Ziel von drei bis fünf Gigawatt Elektrolyseleistung ist laut Matthias Zellinger, , klima- und energiepolitischer Sprecher des VDMA, schon bis Mitte des Jahrzehnts erreichbar." Die Anlagenbauer können die dafür notwendigen Elektrolysekapazitäten liefern", bekräftigte er. Wer aber auf der einen Seite grünen Wasserstoff wolle, dürfe andererseits den Ausbau erneuerbarer Energien nicht abbremsen.

VKU: Potenziale von Wasserstoff für die Kraft-Wärme-Kopplung

Vor allem im regionalen Kontext könne Wasserstoff kurzfristig einen Beitrag zur Energiewende leisten, unterstrich Michael Wübbels, der stv. Hauptgeschäftsführer des VKU. Eine wichtige Rolle spiele dabei zunächst vor allem der gezielte Einsatz von Wasserstoff im Verkehrs- und Industriesektor. "Entscheidend ist jedoch, dass die geplante Wasserstoffstrategie langfristig auch andere Sektoren miteinschließt. Für die Stadtwerke ist der Umbau hin zu einer klimafreundlichen Wärmeversorgung eine zentrale Aufgabe. Hier kann der Einsatz von Wasserstoff – insbesondere in hocheffizienter Kraft-Wärme-Kopplung – einen wesentlichen Beitrag für die Wärmewende leisten", betonte Wübbels. Eine politische Strategie, die diesen Aspekt nicht mitdenke, verzichte auf die Hebung wesentlicher Klimaschutzpotenziale.

"Erste Maßnahmen noch 2020 gesetzlich festhalten"

In dem Positionspapier "P2X: Ein Marktdesign für Wasserstoff schaffen" wird unter anderem gefordert, die Potenziale für Power-to-X auf Verteilnetzebene schnell zu heben. Die Nationale Wasserstoffstrategie sollte zudem berücksichtigen, dass sich der Bedarf an Wasserstoff in den Sektoren in der nächsten Dekade deutlich erhöhe. "Wir halten daher auch die Verwendung von blauem und türkisem Wasserstoff zum Erreichen der Klimaziele für sinnvoll." Um bis zum Ende des Jahrzehnts die weltweite Technologieführerschaft zu verteidigen und den Einstieg in die Wasserstoffwirtschaft geschafft zu haben, seien die kommenden Jahre entscheidend. "Noch in diesem Jahr sind erste konkrete Maßnahmen gesetzlich festzuhalten." (hoe)

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