Guntram Pehlke, Vorstandsvorsitzender der Dortmunder Stadtwerke DSW21 und VKU-Vizepräsident, hat den Auftakt des VKU-Stadtwerkekongresses in der heimischen Westfalenhalle für eine Brandrede genutzt.
"Wir alle wollen, dass der CO2-Ausstoß gesenkt wird, hier werden uns Ziele von der Politik vorgegeben", sagte er vor 450 Teilnehmern aus der Stadtwerkewelt. "Es hakt schlicht daran, dass wir nicht die Instrumente bekommen, um das umzusetzen."
"Was soll so ein Unfug?"
Pehlke führte als Beispiel die geltenden Abstandsregeln für Windkraftanlagen in Nordrhein-Westfalen an. Demnach müssen mindestens 1000 Meter zwischen Windrädern und Wohnsiedlungen liegen. Kritiker fürchten, dass dies den Ausbau der Windkraft im bevölkerungsreichsten Bundesland der Republik ausbremst.
Nicht föderlich seien aber auch "ganz banale, schwachsinnige Fördermittel" etwa für den Bau von Wasserstofftankstellen, an denen dann aber kein Müllfahzeug getankt werden dürfe. "Was soll so ein Unfug?", polterte der Stadtwerkechef.
Brauchen "schnell arbeitsfähige Regierung"
Strom sei viel zu teuer, klagte Pehlke weiter. "Wenn Strom so viel kostet, können wir bestimmte Produktionen gar nicht vornehmen und bestimmte fossile Kraftstoffe gar nicht ersetzen. Es hakt an allen Ecken und Enden."
Um die Klimawende vor Ort zu bewältigen, bräuchten kommunale Unternehmen einen "besseren gesetzlichen Rahmen", forderte der DSW21-Chef. Leider seien die vergangenen Wochen angesichts der bevorstehenden Bundestagswahl wieder eine "verlorene Zeit" gewesen, urteilte er. "Ich hoffe, dass die Zeit danach nicht so lange verloren ist und wir schnell eine arbeitsfähige Regierung bekommen."
Drei Kanzlerkandidaten auf Stadtwerkekongress
Am Mittwoch erhalten die drei aussichtsreichsten Kandidaten für das Bundeskanzleramt Zeit, selbst Stellung zu beziehen. Dann sprechen auf dem VKU-Stadtwerkekongress per Videoclip nacheinander Annalena Baerbock (Bündnis 90/Die Grünen), Armin Laschet (CDU) und Olaf Scholz (SPD).
Insgesamt treten auf der diesjährigen, zweitägigen Veranstaltung 56 Sprecher auf. Zudem sind 29 Aussteller vor Ort. (aba)



