Deutschlands oberster Verbraucherschützer, Klaus Müller, warnt davor, dass aufgrund der Corona-Pandemie und der damit einhergehenden Ausgangsbeschränkungen vielen Verbrauchern eine Privatinsolvenz drohen könnte. "Wenn die Krise länger dauert als ein oder zwei Monate werden breite Teile der Bevölkerung in finanzielle Not geraten", betonte der Vorstand der Verbraucherzentrale Bundesverband am Wochenende in einem Interview des "Tagesspiegel".
Das deutsche Insolvenzrecht sei nicht darauf vorbereitet, dass Menschen in Folge einer Pandemie in die Pleite rutschten. Man müsse diesen Menschen nun einen guten Zugang zur Schuldner- und Insolvenzberatung ermöglichen und das bestehende Angebot ausbauen. Wichtig sei es, ein schnelles und effektives Entschuldungsverfahren mit einer Laufzeit von deutlich weniger als drei Jahren zu etablieren.
Zahlungsmoratorium: "Aufgeschoben heißt nicht aufgehoben"
In dem Interview äußerte sich Müller auch zu dem vorübergehenden Zahlungsaufschub für Mieter, Kreditnehmer und Stromkunden. "Man muss die Menschen vor einem großen Missverständnis warnen: Die Zahlungen sind nur aufgeschoben, nicht aufgehoben." Es bauten sich Rückstände auf, die später abgetragen werden müssten. Betroffene sollten daher frühzeitig Kontakt mit ihrem Versorger aufnehmen, um über Ratenzahlungen oder andere Lösungen zu sprechen. (hoe)
