Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hat am Dienstag Beschwerde bei der EU-Kommission „aufgrund der fortwährenden Blockadehaltung der Bundesregierung beim Klimaschutz im Gebäudesektor“ eingelegt, wie die Organisation mitteilt. Die Bundesregierung weigere sich seit Jahren, die europäischen Effizienzvorgaben für Gebäude in nationales Recht umzusetzen.
In Deutschland werde immer noch mit veralteten Standards gebaut, die die Klimaziele unterlaufen. Die DUH fordert insbesondere angesichts der verfehlten Klimaziele des Gebäudesektors, die EU-Vorgaben in nationales Recht zu überführen.
„Einbaustopp von Öl- und Gasheizungen“
Die europäische Gebäuderichtlinie schreibt seit 2019 in öffentlichen Gebäuden den sogenannten Niedrigstenergiestandard vor, gleichzeitig sollen neu errichtete Gebäude idealerweise komplett mit erneuerbaren Energien betrieben werden. Seit 2021 gilt der Niedrigstenergiestandard in allen neu errichteten Gebäuden. Die Bundesregierung hat diese Vorgaben laut DUH nicht umgesetzt. Diese Verweigerung bilde die Grundlage für das Beschwerdeverfahren, das die Organisation nun bei der europäischen Kommission startet.
„Die Rekordabsatzzahlen für Gasheizungen müssen für uns alle ein gewaltiger Weckruf sein“, kommentiert Constantin Zerger, Leiter Energie und Klimaschutz der DUH. „Mit jeder neu eingebauten Gasheizung verabschieden wir uns ein Stück weiter von den Klimazielen der nächsten Jahre und Jahrzehnte. Wir fordern schnellstmöglich einen Einbaustopp von fossil betriebenen Öl- und Gasheizungen im Neubau.“ (hp)
