Der insolvente Windkraftwerksbauer Senvion gibt seine Service-Sparte ab. Für die Beschäftigen konnte eine Lösung gefunden werden.

Der insolvente Windkraftwerksbauer Senvion gibt seine Service-Sparte ab. Für die Beschäftigen konnte eine Lösung gefunden werden.

Bild: © Carsten Rehder/dpa

Die Gewerkschaft IG Metall Küste sieht in einem Millionen-Kredit für den insolventen Windrad-Hersteller Senvion einen Hoffnungsschimmer für die Beschäftigten in Deutschland. «Auf diese Entscheidung haben wir gewartet. Sie sorgt hoffentlich für etwas Erleichterung bei den 1800 Beschäftigten in Deutschland, die von der vorläufigen Insolvenz des Unternehmens betroffen sind», sagte Meinhard Geiken, Bezirksleiter der Gewerkschaft, laut Mitteilung in der Nacht zu Donnerstag. Das Unternehmen habe nun «eine Chance, in den nächsten Monaten gemeinsam mit allen Beteiligten eine Perspektive zu entwickeln.»

Senvion hatte vergangene Woche für die beiden deutschen Gesellschaften Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt. Am Mittwoch teilte das Unternehmen mit, sich einen verbindlichen Kreditvertrag über 100 Mio. Euro «mit seinen Kreditgebern und wesentlichen Anleihegläubigern» unterzeichnet zu haben. Der Kredit mit einer Laufzeit von zwölf Monaten ermögliche «die Fortführung der Geschäftstätigkeit». Der zum Jahresanfang begonnene Transformationsprozess könne fortgesetzt werden.

Operative Mängel Schuld an Schieflage

Der Windrad-Hersteller beschäftigt weltweit rund 4000 Mitarbeiter, davon etwa die Hälfte in Deutschland. Senvion hat bereits seit mehreren Jahren keine Gewinne erwirtschaftet. Verantwortlich dafür waren wohl nach Stimmen aus der Branche auch operative Mängel des Unternehmens. Windkraftwerke wurden nicht pünktlich abgeliefert und kamen nicht ins Laufen, was wiederum zu Strafzahlungen führte.

Die Gewerkschaft und die Betriebsräte wollen erreichen, dass die Senvion-Arbeitsplätze in Deutschland sowie das Unternehmen als Ganzes mit allen Standorten erhalten bleiben. Von neuen Investoren wolle man wissen, «welche Perspektive sie den Beschäftigten bieten», sagte Gewerkschafter Geiken. «Wir haben kein Verständnis dafür, dass bereits jetzt über Stellenstreichungen spekuliert wird. Das sorgt für unnötige Verunsicherung bei den Beschäftigten.» (dpa/ls)

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