Privathaushalte verwenden mehr als drei Viertel ihres Gesamtenergieverbrauchs für die Wärmeversorgung, die zumeist noch immer aus fossilen Quellen stammt. Dieses Klimaschutz-Potenzial möchten Hamburg Energie und das Hamburger Immobilien- und Energieunternehmen Frank in einem Neubauquartier in Barmbek-Nord heben.
„Wir haben die Versorgung in unserem Neubauquartier so geplant, dass die Mieter und Eigentümer weitestgehend energieautark wohnen können“, erklärt Maren Grohs, Energieberaterin bei Frank. Die Bewohner beziehen die Wärme zu einem Preis, der dem der Fernwärme gleicht. Neben einer Photovoltaik-Anlage auf den Dächern, die den Bewohnern Quartiersstrom liefert, liegt das zentrale Element der Wärmeversorgung unter dem Asphalt.
Der Prozess im Einzelnen
In der Kanalisation beträgt die Temperatur des Abwassers zwischen 12 und 20 Grad Celsius. Dort installiert Hamburg Wasser im Auftrag von Frank auf einer Strecke von 106 Metern 53 Wärmetauscher-Module. Das sind doppelschalige Druckbehälter aus Edelstahl, durch die ein separater Wasserkreislauf zirkuliert.
Fließt Abwasser darüber, wird die darin noch enthaltene Wärme auf das Wasser im Wärmetauscher übertragen. Diese wird zu einer mit Ökostrom betriebenen Wärmepumpe in der Heizzentrale geleitet, um hier auf die Vorlauftemperatur der Heizung angehoben und so ins lokale Wärmenetz des Quartiers eingespeist zu werden.
Abwasser als „wertvolle Ressource“
„Aus ökologischer Sicht ist Abwasser insbesondere im verdichteten städtischen Raum eine wertvolle Ressource, die nun mithilfe spezieller Wärmetauscher erschlossen wird“, so Frank Boehnke, Produktmanager Wärme & Contracting bei Hamburg Energie. „Die Nutzbarmachung von Abwasserwärme erweitert unser ohnehin schon breites Portfolio bei der klimafreundlichen Versorgung von Quartieren mit Wärme und Strom.” Durch die enge Kooperation mit Hamburg Wasser hat der Versorger Expertise in diesem Bereich aufgebaut, um zukünftig weitere Abwasserwärme-Projekte zu realisieren. (hp)



