Twitter kann in seiner erzwungenen Kürze mehr sein als ein Medium, auf dem aufmerksamkeitsdefizitäre Staatenlenker ihre Beziehungen zur Restwelt klären. So findet sich im Netz ein witziger Ideen-Pingpong rund ums Abwasser, bei dem die Berliner Wasserbetriebe eine Rolle spielen – und eine Bloggerin mit einem eigenwilligen Geschäftsmodell.
Die Bloggerin, eine 19-jährige Britin mit vier Millionen Followern auf diversen Foto-Plattformen, kam vor wenigen Wochen auf die Idee, ihr angeblich benutztes Badewasser zu verkaufen – für 27 Euro pro Dose. Offenbar gibt es dafür Nachfrage. Jedenfalls wurde das Angebot zum Twitter-Hit – und erreichte so auch diejenigen, die sich auf etwas seriösere Weise mit dem Abwasser beschäftigen.
Verbeulte Töpfe im Angebot
„Und ich dachte, alle Geschäftsmodelle mit Wasser seien schon bekannt“, twitterte eine solche seriöse Quelle mit leicht ironischem Unterton. Diese Ironie nahmen die Berliner Wasserbetriebe auf und kündigten die „Eröffnung unseres ersten Flagship-Stores für Fundstücke aus dem Klärwerk“ an. Dort werde alles verkauft, was in der Rechenanlage der Kläranlagen gefunden wurde – vom verbeulten Topf über Ausweise und Brillen bis zum jüngsten Fund, einem Gebiss, sei alles vorhanden.
Da waren weitere Ideen rund ums Abwasser nicht mehr weit – etwa der Vorschlag, die im Wasser gelösten Amphetamine zu recyclen und wieder zu vermarkten. (wa)
