Die Innovationstochter des Leipziger Gaskonzerns VNG hat ihre Beteiligung an dem Cleantech-Start-up Akvola Technologies von drei auf 9,06 Prozent erhöht. Das teilte der größte ostdeutsche Konzern mit Hauptsitz in Ostdeutschland, die Verbundnetz Gas AG aus Leipzig, am Montag mit. Sie beantwortete damit ZfK-Rückfragen zu einer Pressemitteilung. Auch zwei andere Wagniskapital-Investoren erhöhten demnach im Gleichzug ihre Anteile an dem 2015 gegründeten Unternehmen.
Stillschweigen über Gesamt-Investment
Die offizielle Aufstockung des Stammkapitals um wenige tausend Euro auf 50.000 Euro dürfte dabei den geringsten Anteil an der Transaktion ausmachen. Wie viel Mezzanine- oder Fremdkapital VNG Innovation in Akvola investiert hat, wollte der Konzern nicht bekanntgeben. Jedenfalls soll das frische Geld die Abwicklung weiterer Aufträge für die Industrieabwasser-Reinigung sowie eine Personalaufstockung finanzieren.
Abwässer mit hohen Konzentrationen Öl und Schwebstoffen
Akvola aus Berlin hat eine zweistufige, patentierte Technologie zur Reinigung schwer zu behandelnder Abwässer mit hohen Konzentrationen von Öl und Schwebstoffen entwickelt. Solche kommen in der Öl- und Gasindustrie, der Raffinerie und Petrochemie, der Metallverarbeitung sowie der Stahlerzeugung vor:
- Im ersten Schritt erzeugen rotierende poröse Keramikscheiben ultrafeine Luftblasen. Sie ziehen Schmutzpartikel an die Oberfläche, wo sie sich abschöpfen lassen.
- Im zweiten Schritt wird das Abwasser durch eine Membran gesogen, wieder aus Keramik, wodurch es weiter gereinigt und gefiltert wird.
Verbessert auch Emissionsbilanzen
VNG-Vorstand Hans-Joachim Polk zum strategischen Hintergrund der Transaktion: „Die VNG Innovation ist seit 2016 an Akvola beteiligt und unterstützt seinen Wachstumskurs. Mit der Akvofloat-Technologie können bis zu 90 Prozent Energie und bis zu 40 Prozent der CO2-Emissionen eingespart werden.“ Allein der Wasserverbrauch zum Abwasser-Klären reduziert sich signifkant.
Ein Sprecher ergänzte, der Schritt sei in die Strategie "2030 plus" des VNG-Konzerns eingebettet, wonach er strategische Partnerschaften mit Tech-Start-ups im Energiebereich anstrebt und dafür über seine Tochter auch Wagniskapital zur Verfügung stellt. Die Investitionsschwerpunkte liegen auf den Bereichen Energieeffizienz, Energiespeicherung, Energieumwandlung, Digitalisierung, Mobilität und Nachhaltigkeit. Gründer können sich auch bewerben. (geo)
