Blick aus der Vogelperspektive: das Klärwerk in Karlsruhe

Blick aus der Vogelperspektive: das Klärwerk in Karlsruhe

Bild: © Stadtwerke Karlsruhe

Das Klärwerk Karlsruhe bekommt eine vierte Reinigungsstufe. Sie soll aus einer Filtrationsanlage zur Rückhaltung von Feinststoffen sowie einer Aktivkohleadsorptionsstufe bestehen. Die neue Adsorbtionsstufe ist notwendig, um die gesetzlich geforderten Ablaufwerte derzeit sicher und stabil einhalten zu können. Insbesondere sollen Spurenstoffe wie beispielsweise Rück­stände von Medikamenten und Hormonstoffen besser ausgefiltert werden. Speziell diese Stoffe können nach dem bisherigen Stand der Abwasserreinigung nicht behandelt oder aus dem Ablauf der Kläranlage entfernt werden.

Vierte Stufe ist in Bau

Karlsruhe steht mit diesem Problem nicht allein. Aber mit der neuen Adsorptionsstufe könnten Standards gesetzt werden, heißt es. Die Konzeption wurde nach den Ergebnissen von Versuchsreihen vorgenommen, die mit wissenschaftlicher Begleitung durchgeführt wurden. Die Filtrationsanlage steht bereits kurz vor ihrer Fertigstellung, die Aktivkohleadsorption steht kurz vor Baubeginn, der symbolische erste Spatenstich erfolgte jüngst. Die gesamte Anlage dürfte neben einer weiteren Verbes­serung der Ablaufwerte auch eine deutliche Reduzierung von Spuren­stoffen bewirken.

Die neue Adsorptionsstufe ist in zwei Straßen aufgeteilt: Jede Straße beinhaltet jeweils drei Kontaktbecken mit circa 1870 Kubikmetern Inhalt. Hier wird dem biologisch gereinigten Abwasser Pulver-Aktivkohle beigemengt, so dass die im Abwasser noch gelösten Spurenstoffe gebunden werden. Anschließend gelangt das mit Aktivkohle vermischte Abwasser in ein jeweils dazugehöriges Sedimentationsbecken von 8200 Kubikmetern.

2021 soll die Anlage fertig sein

Im Sedimentationsbecken wird die Aktivkohle schließlich vom Abwasser abgetrennt und in den Prozess zurückgeleitet. Das vorgereinigte Abwasser wird anschließend über die Sandfiltration geleitet, um die letzten Reststoffe zu beseitigen und in den Klärwerksablauf eingeführt. Jede Behandlungsstraße kann separat betrieben werden. Es ist eine Bauzeit bis 2021 vorgesehen. Die Investitionskosten von etwa 32 Mio. Euro bezuschusst das Land Baden-Württemberg mit 20 Prozent der Kosten. (sig)

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