Die Müllverbrennungsanlage (MVA) Bielefeld plant die Errichtung einer Monoverbrennungsanlage für kommunale Klärschlämme mit einer Kapazität von circa 35 000 Tonnen Trockensubstanz (TS). Dies sei Konsequenz der gesetzlichen Änderungen (Düngeverordnung, Düngemittelverordnung und Klärschlammverordnung), die bereits heute zu einer drastisch veränderten Marktsituation führten, berichten die Stadtwerke Bielefeld. Das kommunale Unternehmen besitzt 91 Prozent der Anteile des Unternehmens Interargem, das die MVA in Bielefeld und Hameln betreibt.
Um eine Investitionsentscheidung zur Errichtung einer Monoverbrennungsanlage für kommunale Klärschlämme treffen zu können, sei eine vertragliche Grundauslastung erforderlich, heißt es weiter in der Mitteilung. Daher begrüße die MVA Bielefeld die interkommunale Kooperation in Sachen Klärschlamm, die auf Initiative der Städte Bielefeld, Herford und Gütersloh entstanden ist und der sich bereits eine Vielzahl von Kommunen der Region angeschlossen hätten. "Sollten die Kommunen einen Partner für den Bau und den Betrieb einer Anlage suchen, wird sich die MVA Bielefeld mit ihrem Konzept im Rahmen eines Vergabeverfahrens bewerben."
Gesellschafter der Interargem begrüßen Planungen
Auch die 19 kommunalen Gesellschafter der Interargem, zu denen alle entsorgungspflichtigen Kreise aus Ostwestfalen-Lippe gehören, begrüßten die Planungen der MVA und unterstützen das Angebot an die Kommunen der Region, mit dem ein wichtiger Beitrag zur regionalen Entsorgungssicherheit und zum Umwelt- und Klimaschutz geleistet wird.
Schon heute sei die Ausbringung von Klärschlämmen auf landwirtschaftlichen Flächen stark eingeschränkt, hieß es. Darüber hinaus sei künftig eine Verpflichtung zur Rückgewinnung von Phosphor aus Klärschlämmen eingeführt worden. Aufgrund der räumlichen Möglichkeiten kann die Anlage auf dem Betriebsgelände der MVA errichtet werden. Die Investitionssumme beträgt circa 40 Mio. Euro.
Rauchgasreinigung der MVA wird mitbenutzt
Die geplante Anlage besteht aus einem sogenannten Annahmebunker, einem Trockner, einem Wirbelschichtkessel sowie einem Elektrofilter zur Abscheidung der Klärschlammaschen. Die nach der Verbrennung der Klärschlämme abgeschiedenen Aschen eignen sich anschließend hervorragend für eine Phosphorrückgewinnung mit hohen Recyclingquoten.
Die Besonderheit des technischen Konzeptes ist die Nutzung der Rauchgasreinigungsanlage der MVA. Im Ergebnis würden für die Klärschlammverbrennung die gleichen Emissionswerte wie in der Abfallverbrennung erzielt werden können.
Zwei Jahre Bauzeit
Die MVA will die Genehmigungsanträge baldmöglichst bei der Bezirksregierung Detmold einreichen. Nach Erhalt der Genehmigung kann von einer Inbetriebnahme der Anlage nach circa zwei Jahren Bauzeit ausgegangen werden, hieß es. (al)
