Abwasser

Neue Starkregen-Gefahrenkarte für Düsseldorf ist online

Damit kann jeder Unternehmer und jeder Bürger sich selbst ein Bild davon machen, wie gefährdet der Bereich ist, in dem er wohnt oder arbeitet. Die Karte basiert auf 2D-gekoppelten Berechnungen.
09.09.2021

Die Karte zeigt, wo Gefahren durch Starkregen und Sturzfluten bestehen können.

Die Düsseldorfer können nun selbst prüfen, wie groß das Hochwasserrisiko in ihrem Bezirk ist. Der Stadtentwässerungsbetrieb von Düsseldorf bietet in Kooperation mit dem Vermessungs- und Katasteramt ab sofort die Möglichkeit, online eine Risikoeinschätzung bei Starkregenereignissen im Raum Düsseldorf abzurufen. Einzusehen ist die neue Starkregen-Gefahrenkarte unter www.duesseldorf.de/kanal.

Die Karte basiert auf einem digitalen Geländemodell. Tiefliegende Stellen und Senken des Geländes, in denen sich das Wasser im Falle eines Starkregens sammeln könnte, wurden anhand von topographischen Analysen erfasst. Die rechnerisch ermittelten maximalen Wasserstände, die in diesen tiefen Lagen entstehen können, bildet die Starkregen-Gefahrenkarte in vier Stufen ab.

Tiefes Blau bedeutet Gefährdung

Diese werden in helleren und dunkleren Blautönen dargestellt. Je dunkler der blaue Farbton ist, desto höher ist die zu erwartende Wassertiefe im Falle eines Starkregenereignisses. Flächen, die keine blaue Färbung haben, weisen eine geringe Gefährdung auf, also etwas weniger als zehn Zentimeter Wassertiefe. Dennoch sollen diese Bereiche nicht als ungefährdet betrachtet werden, da es je nach baulichen Gegebenheiten des Gebäudes und Stärke des Regens auch dort zu einer Überflutung kommen kann, stellt der Stadtentwässerungsbetrieb fest.

Das städtische Kanalnetz wurde bei der Erstellung der Starkregen-Gefahrenkarte mit Hilfe einer sogenannten 2D-gekoppelten Berechnung verknüpft. Somit kann der Weg des Wassers auf der Oberfläche zu den Schächten und Straßenabläufen des Kanalnetzes realitätsnah simuliert werden, so dass die Aufnahmekapazitäten der Kanalisation bei der Überflutungseinschätzung berücksichtigt wurden.

Für Hochwasser gibt es andere Karten

Der Rhein, die Düssel sowie alle Bäche im Stadtgebiet sind als Einschnitte im Geländemodell berücksichtigt und dienen ebenfalls als Grundlage für die Starkregen-Gefahrenkarte. Die Karte bezieht sich auf die Gefährdungen, die infolge eines Starkregens entstehen können, und ersetzt nicht die Hochwasser-Gefahrenkarten, die Überschwemmungsgebiete durch Flusshochwasser darstellen.

Die Starkregen-Gefahrenkarte dient Bürgern, Beschäftigten in der Industrie und öffentlichen Organisationen dazu, sich über mögliche Überflutungsgefahren zu informieren. Auf diese Weise können beispielsweise die Lage und Tiefe einer potenziellen Überflutung sowie die Gefahr durch hohe Fließgeschwindigkeiten auf Grundstücken und Flächen identifiziert und entsprechende Maßnahmen ergriffen werden. Die dargestellten Gefährdungen müssen nicht zwangsläufig eine konkrete Gefährdung für ein Gebäude bedeuten, erläutern die Experten des Stadtentwässerungsbetriebs. Deshalb bieten sie bei Bedarf auch spezielle Beratungen an. (hp)