Im Rahmen des Forschungsprojektes "Eloise" wird auf der Kläranlage Kaiserslautern ein neuer Ansatz zur Elimination von Spurenstoffen erprobt – mit Hilfe der erneuerbaren Energien.

Im Rahmen des Forschungsprojektes "Eloise" wird auf der Kläranlage Kaiserslautern ein neuer Ansatz zur Elimination von Spurenstoffen erprobt – mit Hilfe der erneuerbaren Energien.

Bild: © Stadtentwässerung Kaiserslautern

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert ein auf zwei Jahre angelegtes Verbundprojekt, das den Projektnamen "Eloise" trägt. Fünf Partner aus Wasserwirtschaft und Wissenschaft forschen hier gemeinsam: Wupperverbandsgesellschaft für integrale Wasserwirtschaft, Anleg, DBI Gas- und Umwelttechnik, Kaufmann Umwelttechnik sowie die Technische Universität Kaiserslautern. Gemeinsam wollen sie herausfinden, auf welche Weise Wasserstoff aus dem Klärprozess des Abwassers gewonnen werden kann.

Ein neues Verfahren soll es ermöglichen, Wasserstoff aus erneuerbaren Energien zu erzeugen, und das, während Mikroschadstoffe wie Arzneimittel und Industriechemikalien aus Abwasser entfernt werden. Es geht dabei um eine Verfahrenskette aus Elektrolyse zur Produktion von Wasserstoff und ozonbasierter Spurenstoffentfernung. Diese soll in der Kläranlage Kaiserslautern erprobt werden; Wasserstoff gilt künftig als ein wesentlicher Baustein der Energiewende.

Klärtechnik und Wissenschaft

Bei der Elektrolyse von Wasser mittels regenerativ erzeugtem Strom aus Windkraft- und Photovoltaikanlagen fällt neben "grünem" Wasserstoff als Abfallprodukt Sauerstoff an, der bisher nicht genutzt wird. Der soll nun als Grundstoff für die Herstellung von Ozon verwendet werden. Dieses setzen die Forscher ein, um Mikroschadstoffe wie Arzneimittel und Industriechemikalien aus Abwasser zu entfernen. Ziel ist es, eine abgestimmte Verfahrenskette zu schaffen und dabei erneuerbare Energien zu nutzen.

Am Standort der Kläranlage Kaiserslautern werden die Projektpartner hierfür eine halbtechnische Pilotanlage aufbauen und betreiben. Die in der Praxis untersuchten Verfahrenskomponenten werden zudem modelltechnisch abgebildet, um die Wechselwirkungen zwischen der regenerativen Energieerzeugung, die durch hohe Dynamik und schwankende Überschüsse gekennzeichnet ist, und der ebenfalls dynamischen Abwasserreinigung zu untersuchen.

Großes Marktpotenzial

Mit rund 10.000 kommunalen Kläranlagen allein in Deutschland versprechen sich die Verbundpartner ein sehr großes Marktpotenzial. Das Verbundprojekt "Eloise", die innovative Verfahrenskette zur Spurenstoffelimination auf kommunalen Kläranlagen, ist Teil der BMBF-Fördermaßnahme "KMU-innovativ: Ressourceneffizienz und Klimaschutz", Anwendungsbereich "Nachhaltiges Wassermanagement". Die Maßnahme gehört zum BMBF-Programm "Forschung für Nachhaltige Entwicklung". (sig)

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