Greentech und Umweltschutz können ein Treiber für unser Land werden. Diesen Leitgedanken formulierte die neue Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) bei der Eröffnung der Weltleitmesse für Umwelttechnologien, IFAT, in München. Die Wachstumsprognosen pro Jahr lägen bei sieben Prozent.
Als eine gute Kombination zwischen Wertschöpfung und Umweltschutz ordnete die Ministerin die Kreislaufwirtschaft ein. Der Umsatz in Deutschland liege bereits bei 70 Mrd. Euro, die Beschäftigungszahl bei 270 000 Menschen. Wichtig sei, auch daran zu denken, wie Plastikverpackungen zu vermeiden sind und Kreisläufe geschlossen werden.
Langfristiges Denken ist wichtig
Bei der Wasserwirtschaft müsse langfristig gedacht werden, erklärte die Umweltministerin. Deshalb habe die Regierung auch den Wasserdialog 2030 auf den Weg gebracht. Treibende Kraft der Branche ist die Digitalisierung, die unter dem Stichwort Wasserwirtschaft 4.0 zusammengefasst wird. Für die Reinhaltung der Gewässer arbeite die Regierung an einer Spurenstoffstrategie.
Genauere Zahlen über die Lage der Branche der Umwelttechnologien lieferte der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA). Der Verband ist bei der IFAT mit sechs Fachverbänden anwesend: Abfall- und Recyclingtechnik, Verfahrenstechnische Maschinen und Apparate, Allgemeine Lufttechnik, Armaturen und Kompressoren, Druckluft und Vakuumtechnik sowie Pumpen und Systeme.
"Wir sind eine glückliche Branche"
"Wir sind eine glückliche Branche", erklärte Richard Clemens, Geschäftsführer VDMA Verfahrenstechnische Maschinen und Apparate der Geschäftsführer. 2017 war ein Jahr der Rekorde. Der Umsatz lag bei 226 Mrd. Euro. Dies war ein Plus von vier Prozent. Insgesamt arbeiten in Deutschland 1,35 Mio. Menschen im Maschinenbau, in 6800 Unternehmen.
Trotz der schwierigen Weltlage blickt der VDMA zuversichtlich in die Zukunft. Prognosen bleiben aber schwierig, betonte Clemens. Treiber der Nachfrage an Umwelttechnologien sind auf jeden Fall die steigende Weltbevölkerung, eine zunehmende Urbanisierung und Industrialisierung.
Innovative Belüftungssysteme
Marcus Höfken, Vorstandsmitglied VDMA Verfahrenstechnische Maschinen und Apparate und Vorstandsvorsitzender der Invent Umwelt- und Verfahrenstechnik AG nannte verschiedene Beispiele für moderne Umwelttechniken, die auf der IFAT ausgestellt werden. So sorgen etwa innovative Belüftungssysteme dafür, dass in Abwasserreinigungsanlagen bis zu 30 Prozent der benötigten Gebläse-Energie eingespart werden. Neue 3D-Verfahren ermöglichen es, sehr komplexe Strömungsvorgänge bereits im Planungsstadium exakt zu simulieren. Live-Demonstrationen auf der IFAT zeigen, wie mineralische Bau- und Abbruchabfälle aufbereitet und recycelt werden können.
Ein besonderes Augenmerk legte Höfken auf die Problematik des Plastikmülls in Gewässern. „Unsere Mitgliedsfirmen beherrschen die grundlegenden Technologien zur Trennung der festen Mikropartikel von der flüssigen Phase und warten darauf, dass die Rahmenbedingungen definiert werden, an denen die Branche sich orientieren kann. Im Wesentlichen müssten hier nur die Partikelgrößen definiert werden, die aus dem Abwasser entfernt werden sollen. Dann können entsprechende Produkte wie Filter zur Fest-Flüssigtrennung angepasst und angeboten werden."
Hohe Inlandsnachfrage bei Abfall- und Recyclingtechnik
Ein Umsatzplus von drei Prozent und volle Auftragsbücher registrierten die Hersteller von Abfall- und Recyclingtechnik. Waren noch vor zwei Jahren hohe Exporte die alleinige Stütze der Branchenkonjunktur, so sprang – bedingt vor allem durch die Novellierung der Gewerbeabfallverordnung sowie das neue Verpackungsgesetz - 2017 auch die Inlandsnachfrage an, betonte der VDMA.
Wieder angezogen habe auch die Konjunktur für die Hersteller von Kompressoren, Druckluft- und Vakuumtechnik sowie von Pumpen und Systemen, die 2017 jeweils ein Plus im Auftragseingang von drei Prozent vermeldeten. Bei realisierten Umsätzen von drei Prozent über Vorjahresniveau legten auch die Exporte von Kompressoren, Druckluft-und Vakuumtechnik im Jahr 2017 um 2,4 Prozent auf 5,1 Mrd. Euro zu. Die deutschen Pumpenexporte wiesen 2017 einen Zuwachs von sieben Prozent auf 5,4 Mrd. Euro aus.
Alle Hallen belegt
Bei der IFAT sind 18 Hallen und das Freigelände ausgebucht. 3300 Unternehmen aus 55 Ländern zeigen ihre Produkte. Die Ausstellungsfläche beträgt 260 000 Quadratmeter. (al)

Bundesumweltministerin Svenja Schulze eröffnet die Weltleitmesse für Umwelttechnologien, IFAT, in München
© Armin Lessner/ZfK
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