336 kW thermische und 730 kW elektrische Energie kann das frisch eingeweihte BHKW im Klärwerk der Stadtentwässerung Hannover erzeugen. Dabei hat sich der Entsorger nicht lumpen lassen und die Anlage mit zuästzlichen Abgaswärmetauschern ausgestattet, sodass auch die Abgase zur Wärmeerzeugung genutzt werden können. Dadurch liegt der Wirkungsgrad der Motoren bei 86 Prozent. Insgesamt kann das BHKW mit 4200 kW zur Strom- und Wärmeversorgung der Betriebsanlagen im Klärwerk beitragen.
Betrieben werden die Acht-Zylinder-Gasmotoren durch gereinigte Faulgase, die bei der Verwertung von Klärschlamm entstehen. Für die optimale Energieeffizienz bei der Wärmeversorgung des Werks wurde auch die Heizkesselanlage modernisiert. Doch auch in Sachen Sicherheit kann sich der Standort Gümmerwald bei Hannover sehen lassen: Nachdem die Mittelspannungsanlage (MSA) bereits in die Jahre gekommen war, wird sie nun erneuert und bekommt für einen besonders hohen Sicherheitsstandard und die Einfachheit der Wartung ein eigenes MS-Gebäude.
Gesamtkosten der Modernisierung: 12 Mio. Euro
Die Schaltanlage, die bisher im Zentralgebäude unterhalb der Leitwarte stand, wird künftig in zwei getrennten Räumen betrieben, in denen das jeweilige Einspeisekabel endet beziehungsweise an die jeweilige Hauptsammelschiene angeschlossen ist. Dadurch kann bei Wartungsarbeiten völlige Spannungsfreiheit im jeweiligen Raum gewährleistet werden. Auch für den absoluten Ernstfall bietet das geteilte Raumkonzept Vorteile: Bei einer Explosion beschränkt sich der Schaden nur auf die entsprechenden Schaltfelder in einem Raum und das Klärwerk kann weiter betrieben werden. Versorgt wird der Standort von der Stadtentwässerung Hannover über zwei Erdkabelzuleitungen mit zwei beziehungsweise vier MW. Gegen Störfälle anderer Art ist Gümmerwald mit einer Netzersatzanlage gewappnet. Das Notstromaggregat kann dank eines Dieselmotors und Generator 2000 kW Strom bereitstellen. (ls)
