Etwas Alltägliches wurde in Wuppertal an einer Mauer im Rahmen einer Fassadenmalerei thematisiert.

Etwas Alltägliches wurde in Wuppertal an einer Mauer im Rahmen einer Fassadenmalerei thematisiert.

Bild: © Volker Röös / pixelio.de

Am 19. November ist Welttoilettentag – wieder so ein Tag, den die Welt nicht braucht, denkt sich da der ein oder andere Mitbürger. Nein! Dieser Tag ist wichtig. Vor allem, da die Bundesbürger immer mehr Unrat durch den Lokus spülen – seien es jetzt Feuchttücher, Wattestäbchen und andere Hygieneartikel oder auch alte Arzneimittel und Chemikalien. Alles Zeug, das dort nichts zu suchen hat.

Vor dem Hintergrund steigender Müllmengen im Abwasser nutzt der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) den Welttoilettentag, um die Mitbürger für dieses Problem zu sensibilisieren und einen verantwortungsvolleren Umgang mit der Abwasserinfrastruktur einzufordern.

Verzopfung von Pumpen

Schließlich gehören all diese Utensilien nicht ins Klo. Feuchttücher sind beispielsweise reißfest, weshalb sie sich im Wasser nicht zersetzen. Das führt zu sogenannten Verzopfungen in Rohren und an Pumpen. Im schlimmsten Fall legen diese verknäulten Feuchtetücher sogar Pumpen lahm. Und das Entfernen ist nur mit erheblichem Aufwand möglich. Im Einzelfall kann das mal schnell mehrere zehntausend Euro pro Pumpe kosten, betont der VKU. Diese Kosten tragen am Ende nämlich alle Verbraucher.

Deshalb sollte man Wasser möglichst sauber zurückgeben, eben nur mit den Resten eigener kulinarischer Odyseen. Schließlich gilt: Die Toilette ist keine Müllkippe. Und: Nur der Po gehört aufs Klo!

Haltet inne!

Nicht ins WC gehören:

  • Farben, Lacke, Lösungsmittel und andere Chemikalien verunreinigen das Wasser. Auch chemische Mittel wie Rohrreiniger belasten es schwer oder können in den Klärwerken oft gar nicht abgebaut werden. Chemikalien sollten über Schadstoffsammelstellen entsorgt werden.
  • Feste Stoffe und Gegenstände (Textilien, WC- und Babyfeuchttücher, Wattestäbchen- und pads, Rasierklingen, Tampons und Binden, Windeln, Kondome, Katzenstreu oder Kunststoffe) können Hausleitungen und die Kanalisation verstopfen, im schlimmsten Fall Pumpen außer Betrieb setzen und zu Störungen im Klärwerk führen. All das muss in Klärwerken mit großem technischen Aufwand und enormen Zusatzkosten entfernt werden. Übrigens: Auch Zigarettenkippen verunreinigen durch ihre Giftstoffe zusätzlich das Wasser.
  • Speisereste, Fette und Öle verkleben die Kanalisation und führen zu Geruchsbelästigungen. Schädlinge wie Ratten werden durch die Entsorgung von Speiseresten über die Toilette angelockt. Diese gehören in die Restmüll-, besser in die Biotonne.
  • Medikamente bauen sich in der Regel nur schwer ab. Viele der darin enthaltenen Wirkstoffe können selbst modernste Kläranlagen nicht entfernen. So gelangen diese dann in den Wasserkreislauf. Deswegen dürfen Medikamente und Chemikalien keinesfalls über den Ausguss oder die Toilette entsorgt werden. Nicht mehr benötigte oder abgelaufene Medikamente gehören (je nach Region) in den Hausmüll, wo sie anschließend verbrannt werden, zu stationären Schadstoffsammelstellen. Teilweise nehmen auch Apotheken alte Medikamente zurück (http://www.arzneimittelentsorgung.de). (al)
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