Drei Trockensommer in Folge haben die Wasservorräte in Brandenburg weiter sinken lassen: Das Land kämpft zunehmend mit Niedrigwasser in den Flüssen. Brandenburg sei zwar reich an Gewässern, jedoch seien die Auswirkungen von fehlenden Niederschlägen zu spüren, sagte der brandenburgische Umweltminister Axel Vogel (Grüne) am Montag in Potsdam. Anlass war die Vorstellung eines Konzepts für ein nachhaltiges Management der Wasserressourcen.
Die Niederschläge liegen den Angaben zufolge mit durchschnittlich 568 Millimetern im Jahr deutlich unter dem deutschlandweiten Mittelwert von 772 Millimetern. Die Verdunstungsmenge auf den großen Wasserflächen sei sehr hoch, zudem sei die mögliche Speichermenge in den sandigen Böden eher gering, erklärte Vogel.
Förderung für Speicher
Künftig werde das Umweltressort erforderliche Daten unter anderem für Behörden, Gewässernutzer und Flächenbewirtschafter besser aufbereiten, heißt es in dem Konzept des Ministeriums. Dabei gehe es auch um die bessere Bewertung bei der Genehmigung für Entnahmen von Grund- und Oberflächenwasser. Zudem müsse die bisherige Praxis der Wassernutzung an die klimatischen Bedingungen angepasst werden.
So soll überschüssiges Wasser aus niederschlagsreichen Zeiten für Trockenperioden gesichert werden. Auch die Speicherbewirtschaftung wird demzufolge künftig finanziell unterstützt. Umweltminister Vogel kündigte an, bis zum Jahresende dem Landtag eine Gesamtstrategie vorzulegen. Dabei solle es unter anderem auch um umfangreiche Investitionen in den Wasserrückhalt gehen.
Länderübergreifendes Konzept
"Die vorgesehenen Maßnahmen können einen Beitrag für ein nachhaltigeres Wasserressourcenmanagement leisten", kommentierte Harald Jahnke, Vorsitzender der Landesgruppe Berlin-Brandenburg des Verbandes kommunaler Unternehmen (VKU). Klar müsse dabei sein: Die Nutzung der Grundwasserressourcen für die öffentliche Wasserversorgung müsse immer an erster Stelle stehen. Wünschenswert wäre es, das Niedrigwasserkonzept als länderübergreifendes Wasserressourcenmanagement zu begreifen: "Neben Berlin sollte auch Sachsen in puncto nachhaltiges Staumanagement bzw. Speicherbewirtschaftung in den weiteren Prozess integriert werden.“
Der Naturschutzbund Brandenburg Nabu sieht durch die intensive land- und forstwirtschaftliche Flächennutzung, den Ausbau der Gewässer sowie Flächenzersiedelungen den Wasserhaushalt in Gefahr. Beklagt wird das Sinken des Grundwassers bis zu zwei Meter, wie die Leiterin der Arbeitsgemeinschaft Wasser beim Nabu, Nicole Spundflasch, sagte. In einer im vergangenen Jahr angenommen Resolution des Nabu wird gefordert, angesichts von Extremereignissen wie Starkregen oder Dürre gezielt Wasserüberschüsse zurückzuhalten – für Zeiten der Trockenheit. (dpa/hp)



