Die Mischtaktik der Brandenburger Landesregierung wird für die Trinkwasserversorgung aus der Spree riskant.

Die Mischtaktik der Brandenburger Landesregierung wird für die Trinkwasserversorgung aus der Spree riskant.

Bild: © Makrodepecher/pixelio.de

Um die Spree steht es nicht gut: Seit Jahren liegt die Sulfat- und Eisenbelastung über den erlaubten Grenzwerten. Im Rekordsommer 2018 wurde die Obergrenze von 450 Milligramm Sulfat pro Liter zwischenzeitlich sogar auf 500 Milligramm pro Liter angehoben. Dabei sollen die betroffenen Wasserwerke, Landesbehörden und verantwortlichen Braunkohlekonzerne schon seit 2015 an geeigneten Gegenmaßnahmen arbeiten. Bislang hapert es allerdings schon an der Basis.

Das Brandenburger Umweltministerium hat es noch nicht geschafft einen Bewirtschaftungserlass für Eisen und Sulfat zu verabschieden, teilten die Brandenburger Bündnisgrünen mit, nachdem sie das Thema bei der Sitzung am Mittwoch auf die Tagesordnung gesetzt hatten. Der Umweltausschuss gestand massive Verzögerungen ein. Demnach soll der Sulfat-Erlass erst im März oder April kommen, die Festlegung der Eisengrenzwerte verzögert sich auf unbestimmte Zeit.

Verantwortliche müssen sich an Ertüchtigung der Wasserwerke beteiligen

Mittlerweile ist die Überschreitung der Grenzwerte beider Chemikalien zum Dauerzustand entlang der Spree geworden. Seit November hätte die Sulfatbelastung die 450 Milligramm-Grenze nicht mehr unterschritten. Dass das nicht ohne Folgen für den Endverbraucher bleibt, zeigt ein Blick nach Frankfurt an der Oder. Die Frankfurter Wasser- und Abwassergesellschaft (FWA) muss ab 2021 den Wasserpreis um circa 21 Cent pro Kubikmeter anheben. Vermeiden ließe sich das nur, wenn sich die Verursacher, nämlich der Braunkohlekonzern Leag und die Verwaltungsgesellschaft LMBV, sowie das Land Brandenburg an Investitionen in das Wasserwerk Müllrose beteiligten.

Heide Schinowsky, wirtschaftspolitische Sprecherin der bündnisgrünen Landtagsfraktion will nun Wirtschaftsminister Jörg Steinbach (SPD) um Unterstützung bitten. "Vor Jahren gab es die Zusage des Landes Brandenburg und des damaligen Braunkohlebergbaubetreibers Vattenfall, sich an der Finanzierung zu beteiligen. Ob die Zusagen noch Bestand haben, ist derzeit allerdings unklar. Wir erwarten, dass der Wirtschaftsminister sich der Sache annimmt. Es kann nicht angehen, dass die rot-rote Landesregierung die Folgen der Braunkohleförderung ausblendet und die Wasserkunden mit den Kosten alleine gelassen werden", ergänzt Schinowsky. (ls)

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