Bild: © RWE

Die VKU-Landesgruppe Hessen macht sich dafür stark, die Trinkwassergewinnung und -verteilung sowie die Abwasserentsorgungssysteme und -anlagen klimarobuster zu machen. Der Klimawandel, aber auch der demographische Wandel – Bevölkerungszuzug im Speckgürtel, Bevölkerungsrückgänge im ländlichen Raum – setze die kommunalen Trinkwasser- und Abwasserversorger unter immensen Druck.

Extreme Wetterereignisse wie Starkregen, aber eben auch Dürreperioden seien seit einiger Zeit auf dem Vormarsch, hieß es bei einem digitalen Pressegespräch des Verbandes. "Die technischen Systeme stoßen zunehmend an ihre Grenzen. Wir brauchen dringend Antworten auf diese Herausforderungen", mahnte Bernd Petermann, Geschäftsführer Zweckverband Stadt und Kreis Offenbach. 

Hohe Investitionen nötig

Die Infrastruktur der Trinkwasserver- und Abwasserentsorgung müsse dringend an den Klimawandel angepasst und "nachgerüstet" werden, forderte Petermann. Keine leichte Aufgabe: "Das alles kostet viel Geld, zugleich sollen aber die Bürger über die Entgelte nicht übermäßig belastet werden." Es sei daher wichtig, dass die Unternehmen auch in die Lage versetzt würden, ihre Mittel zielgerichtet in die Infrastruktur zu investieren. "Sie dürfen nicht durch immer neue zusätzliche politische Zielsetzungen aufgezehrt werden", betonte er.

Von einem hohen Investitionsbedarf wusste auch Elisabeth Jreisat, Geschäftsführerin der Hessenwasser, zu berichten. Über 100 Millionen Euro werde das Unternehmen in den kommenden Jahren in die Hand nehmen, um die Infrastruktur zukunftsfest zu machen. Bereits jetzt stehe die Wasserversorgung vor großen Herausforderungen. Eine kurzzeitig auftretende hohe Nachfrage nach Trinkwasser würde regelmäßig zu einem regelrechten "Stresstest" für die Versorger und deren Technik werden.

Entlastung durch Versorgungsverbünde

"Die Stärkung von Versorgungsverbünden, wie es sie im Rhein-Main-Gebiet und in Mittelhessen gibt, ist ein Mittel, um mögliche Engpässe aufzufangen und die hessischen Verbraucherinnen und Verbraucher mit Trinkwasser in bester Qualität zu versorgen", führte sie aus. Wichtig sei aber auch die Grundwasseranreicherung in einigen Bereichen, mit der man eine klimaunabhängige Versorgung sicherstellen könne.

Clemens Abel, Betriebsleiter der Mittelhessischen Wasserbetriebe (MWB) mit Sitz in Gießen, verwies auf die Notwendigkeit, vor allem in städtischen Gebieten bei Starkregen das Wasser in der Stadt zu halten. Dazu brauche es eine wassersensible Stadtentwicklung, die Leitbild für die Stadt- und Freiraumplanung werden sollte.

Grün statt grau

Konkret setzte sich Abel für grüne Fassaden und Dächer und mehr Wasserspeicher ein. Aktuell sei die Situation in vielen Kommunen leider so, dass viel zu kurzfristig gedacht und geplant werde. "Man muss sich schon die Frage stellen, wie lange wir es uns noch leisten können, Städte so zu planen und zu bauen, wie wir das aktuell tun", sagte er. Die Politik müsse hier klare Vorgaben machen.

Gefragt seien aber auch die Bürger, ergänzte Elisabeth Jreisat. Sie wünsche sich einen bewussteren Umgang mit der kostbaren Ressource Wasser, sagte sie – gerade auch in besonders trockenen Perioden oder zu Spitzenlastzeiten. "Die Investitionen, die die Versorger in den kommenden Jahren tätigen müssen, werden sich auch in den Entgelten niederschlagen", prognostizierte die Unternehmenschefin. "Es wird wahrscheinlich zu Gebührenerhöhungen kommen, die allerdings im Vergleich mit anderen Konsumgütern sehr moderat sein werden", sagte sie. (amo)

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