Wie radioaktiv belastet ist das Trinkwasser in Deutschland? Um das noch genauer zu ermitteln, will das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) im Auftrag des Bundesumweltministeriums aktuelle Daten untersuchen.
Ziel sei es, einen noch besseren Überblick über die Verteilung radioaktiver Stoffe im Trinkwasser in Deutschland zu erhalten, teilt die Behörde mit. Zudem sollten mögliche Ausnahmen in bestimmten Regionen ermittelt werden, für die spezielle Schutzmaßnahmen notwendig seien. Die radioaktive Belastung des Trinkwassers in Deutschland gilt insgesamt als gering.
Daten von 15.000 Wasserversorgungsanlagen
Im Auftrag des BfS wird die Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorsicherheit die Daten von etwa 15.000 Wasserversorgungsanlagen abfragen und auswerten. Grundlage sind Daten, die die Wasserversorgungsunternehmen im Rahmen der überarbeiteten Trinkwasserverordnung bis Ende 2019 erhoben.
Die Untersuchung bezieht sich nach Angaben der Behörde ausschließlich auf Radionuklide natürlichen Ursprungs. Demnach ist die Überwachung künstlicher Radionuklide aufgrund gesetzlicher Vorgaben bereits umfassend sichergestellt. Das BfS rechnet im Jahr 2022 mit einem Ergebnis. Dieses soll Grundlage für Empfehlungen sein.
Natürliche Radionuklide im Fokus
Je nach geologischen Verhältnissen enthielten alle Gesteine und Böden natürliche Radionuklide, erklärt die Behörde. Diese könnten durch komplexe Lösungsvorgänge ins Oberflächen- und Grundwasser gelangen. Dazu zählten vor allem die Zerfallsprodukte der Uran-238-, Uran-235- und Thorium-232-Reihe.
Eine BfS-Studie aus dem Jahr 2009 hatte ergeben, dass die Belastung durch natürliche Radionuklide im deutschen Trinkwasser insgesamt "gering" sei. Demnach sind Erwachsene aufgrund von Radionukliden im Trinkwasser durchschnittlich einer Strahlung von etwa 0,009 Millisievert pro Jahr ausgesetzt. Zum Vergleich: Die natürliche Strahlenbelastung, der die Bevölkerung insgesamt im Schnitt pro Jahr ausgesetzt ist, beträgt etwa 2,1 Millisievert. (ab)



