Gerade die Landwirtschaft sorgt für einen hohen Eintrag von Stickstoff und Phosphor in den Boden.

Gerade die Landwirtschaft sorgt für einen hohen Eintrag von Stickstoff und Phosphor in den Boden.

Bild: © Michael Mertes/Pixelio

Das länderübergreifende Projekt „Entwicklung der Ressource – Monitoring des Eintrags von Spurenstoffen in das Grundwasser des Oberrheingrabens“ ist fertiggestellt. Die Ergebnisse der Studie hält die rheinland-pfälzische Umweltministerin Ulrike Höfken für alarmierend: „Zum einen ist im Vergleich zu den Messwerten aus den Jahren 2009 und 2016 keine Verbesserung zu verzeichnen.“ Zum anderen gebe es bei Nitrat, Pflanzenschutzmitteln und Medikamentenrückständen Überschreitungen der Grenz- oder Orientierungswerte.

Speziell für die Vorderpfalz konstatiert die Ministerin eine starke Belastung mit Nitrat und Pflanzenschutzmitteln, und das betrifft die größte Wasserader des Landes: „Das oberflächennahe Grundwasser am Rhein ist in keinem guten Zustand“, so die Ministerin. Die Einträge seien auf eine intensive landwirtschaftliche Nutzung, aber auch Rückstände aus Kläranlagen, der Industrie und Privathaushalten zurückzuführen. Der Klimawandel, der in Rheinland-Pfalz bereits am sinkenden Grundwasserspiegel ablesbar sei, verschärfe die Situation.

Einträge in das Grundwasser reduzieren

In Rheinland-Pfalz sind 38 Prozent der Grundwasserkörper in einem schlechten chemischen Zustand, im Untersuchungsgebiet am Oberrheingraben sind es sogar zwei Drittel. „Trinkwasser ist lebensnotwendig – wir haben hier eine große Verantwortung gegenüber den nächsten Generationen. Der Trend darf sich nicht fortsetzen. Denn je aufwendiger Schadstoffe über Aufbereitungstechniken aus belastetem Rohwasser entfernt werden müssen, desto mehr spüren wir dies als Gebührenzahler“, beklagt Höfken.

Um dem Trend zu schlechterem Grundwasser entgegenzuwirken, bietet die Mainzer Landesregierung mit dem Programm „Gewässerschonende Landwirtschaft“ den Landwirten Beratung an. Außerdem fördert sie über Kooperationsvereinbarungen der Wasserwerke Bewirtschaftungsmethoden, die Nährstoffauswaschungen vermeiden helfen. Höfken mahnt: „Wir dürfen nicht nachlassen in den Anstrengungen, Nitratausbringung und Pflanzenschutzmittelanwendungen weiter zu reduzieren.“ (sig)

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