Mit dem neuen GIS-System können beispielsweise neue Trinkwasserleitungen besser geplant werden.

Mit dem neuen GIS-System können beispielsweise neue Trinkwasserleitungen besser geplant werden.

Bild: © noon@photo/AdobeStock

Die Dortmunder Energie- und Wasserversorgung (DEW21) hat ihr Wasserpreissystem zum 1. Oktober 2021 auf neue Füße gestellt. Die Umstellung hatte das Unternehmen in einem fast einjährigen Projekt geprüft, da sich beim bestehenden System Reformbedarf offenbart habe. Das neue Preismodell wird in Zukunft stärker die unterschiedliche Nutzung des Trinkwasserversorgungssystems der Kund*innengruppen berücksichtigen, erklärt DEW21.

Das Wasserpreismodell setzt sich auch künftig aus fixen und variablen Kosten zusammen. Dabei errechnet sich der Verbrauchspreis, also die variablen Kosten, wie vorher auch, nach dem tatsächlichen Verbrauch. Auf Seiten der Fixkosten, die die Kosten für die Inanspruchnahme der Trinkwasserinfrastruktur wie Betrieb, Wartung und Instandhaltung der Netze darstellen, gibt es jedoch eine grundlegende Änderung: An die Stelle des ehemaligen Grundpreises tritt der neue Systempreis. Dieser basiert nicht mehr auf der jeweiligen Zählergröße, sondern berechnet sich bei Wohngebäuden nach der Größe des Gebäudes, also der Anzahl der Wohneinheiten, und bei Nicht-Wohngebäuden nach den abgenommenen Wassermengen.

Berechnung nach Wohneinheiten

Bisher haben Ein- und Mehrfamilienhäuser in einem Großteil der Fälle die gleichen Fixkosten bezahlt – mit dem Unterschied, dass Bewohner*innen von Mehrfamilienhäusern diese auf alle Haushalte aufteilen konnten. Dadurch hat ein Haushalt in einem Einfamilienhaus mehr Fixkosten bezahlt als ein Haushalt in einem Mehrfamilienhaus, obwohl für beide die gleiche Versorgungsleistung vorgehalten wird.

Aus dem Grund hat sich DEW21 entschieden, die Fixkosten von der Anzahl der Wohneinheiten abhängig zu machen und so für eine gerechtere Verteilung der Fixkosten zwischen Ein- und Mehrfamilienhäusern zu sorgen. Einfamilienhäuser zahlen zukünftig jährlich einen Systempreis in Höhe von 252,34 Euro brutto (bisher 233,58 Euro brutto jährlich). Bei Mehrfamilienhäusern staffelt sich der Systempreis nach der Anzahl der Wohneinheiten. Ein Achtfamilienhaus zahlt beispielsweise 577,37 Euro brutto jährlich.

Basis ist eine Kundenbefragung

Als Ausgleich dazu hat DEW21 den Verbrauchspreis von 1,675 Euro/m³ auf 1,263 Euro/m³ reduziert. Durch die Umstellung werden Familien im Vergleich zu Ein-Personen-Haushalten leicht entlastet. Insgesamt bewegen sich die Be- und Entlastungen für die Kund*innen nur in einer sehr engen Bandbreite von maximal plus/minus fünf Prozent, teilt DEW21 mit. Für das Unternehmen erfolge die Umstellung umsatzneutral.

Um die notwendigen Daten für eine Modellierung des neuen Wasserpreissystems zu erhalten, hatte DEW21 zwischen Dezember 2020 und Januar 2021 alle Wasserkund*innen um eine freiwillige Selbstauskunft zur jeweiligen Gebäudegröße und -nutzung gebeten. Die trotz Corona sehr gute Rückmeldequote sorge dafür, dass die Modellierung auf der Grundlage einer soliden Datenbasis erfolgt sei.









Hier weitere Informationen zu den seit 1. Oktober geltenden Wasserpreisen. (hp)

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