Tesla will im Sommer in Grünheide die ersten Autos produzieren.

Tesla will im Sommer in Grünheide die ersten Autos produzieren.

Bild: © Soeren Stache/dpa

Wegen des erhöhten Wasserbedarfs im Berliner Umland auch durch die geplante Ansiedlung des US-Elektroautobauers Tesla in Grünheide will das Brandenburger Umweltministerium nachsteuern. Zur Erhöhung von Förderkapazitäten für die Versorgung des Gewerbegebietes Freienbrink – einschließlich Tesla – solle ein noch ungenutzter Grundwasservorrat im Raum Hangelsberg erkundet und erschlossen werden, sagte eine Sprecherin am Samstag.

Durch den «Sprung» beim Frischwasserbedarf und beim Abwasseranfall durch das Tesla-Werk in der ersten Ausbaustufe seien «fast sämtliche Reservekapazitäten» aufgebraucht, berichtete das „Handelsblatt“. Tesla veranschlagt für das Werk – bei voller Auslastung von 50.000 Fahrzeugen – einen maximalen Wasserverbrauch von 1,4 Mio. Kubikmetern pro Jahr.

Unterstützung vom Land

Der angemeldete Verbrauch entspreche dem Wasserbedarf einer 40.000-Einwohner-Stadt, sagte André Bähler, Chef des zuständigen Versorgers Wasserverband Strausberg Erkner (WSE), laut "Handelsblatt". „Wir können Tesla nicht einfach mehr Wasser liefern, dann bricht das gesamte Versorgungssystem für 170.000 Menschen in der Region zusammen.“

Für die Wasserversorgung der ersten Ausbaustufe hat WSE mit Tesla nach Ministeriumsangaben bereits einen Liefervertrag geschlossen. Für die Versorgung zukünftiger Ausbaustufen mit Wasser gebe es Lösungsansätze. Dabei werde der Wasserversorger vom Land finanziell unterstützt.

Neue Anlagen

Unter anderem soll auch die Inbetriebnahme eines neuen Wasserwerkes die künftige Versorgung sichern. Zudem gebe es Pläne für den Bau einer Industriekläranlage, die zur Abwasserbehandlung des gesamten Gewerbegebietes Freienbrink geeignet ist.

Das Umweltministerium wies darauf hin, dass Tesla für die nächsten Ausbaustufen der Autofabrik sowie die ins Gespräch gekommene Batteriefertigung noch keine verlässlichen Eckwerte liefern könne. Das hindere den WSE an weiteren Planungen. Damit weitere Ausbaustufen genehmigt werden können, brauche es noch strengere Maßgaben zu wassersparenden Fertigungstechniken.

Wasserverbrauch in der Endstufe

Der von Tesla angegebene maximale Wasserverbrauch von 1,4 Mio. Kubikmetern pro Jahr ist der geschätzte Maximalbedarf unter ungünstigsten Konditionen, im regulären Betrieb soll der Verbrauch deutlich niedriger sein. Für das gesamte Areal, das Tesla mit der Zeit ausbauen könnte, setzte der Konzern einen theoretischen Höchstwert von 3,6 Mio. Kubikmetern Wasser pro Jahr an.

Die abschließende umweltrechtliche Genehmigung für das Projekt durch das Land Brandenburg steht weiterhin aus. Tesla baut bereits mit vorläufigen Genehmigungen für einzelne Bauschritte. Umweltschützer und Anwohner haben wiederholt davor gewarnt, dass die Versorgung mit Trinkwasser Schaden nimmt und ein nahes Naturschutzgebiet von der Fabrik betroffen ist.
(dpa/hp)
















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