Hacker haben eine Wasseraufbereitungsanlage in Oldsmar im US-Bundesstaat Florida angegriffen und das Wasser chemisch manipuliert. Der oder die Täter hätten den Anteil von Natriumhydroxid im Wasser mehr als verhundertfacht, sagte der Sheriff des Bezirks Pinellas, Bon Gualtieri, am Montag (Ortszeit).
Der Vorfall ereignete sich am Freitag. Ein Mitarbeiter bemerkte das Eindringen und sah den Zugriff des Hackers auf das System. Der Supervisor beobachtete, wie jemand die Kontrolle über seine Maus übernahm, die Software ansteuerte, die die Wasseraufbereitung kontrolliert, drei bis fünf Minuten darin arbeitete und die Menge an Natriumhydroxid von 100 ppm auf 11.100 ppm (parts per million) erhöhte.
Bürger waren nicht in Gefahr
Der Mitarbeiter machte die «potenziell gefährliche» Änderung an dem Computersystem sofort rückgängig. «Zu keiner Zeit gab es eine signifikante negative Auswirkung auf das behandelte Wasser», versicherte der Sheriff. Die 15.000 Einwohner der Stadt seien nicht in Gefahr gewesen. Das Remote-Access-System, das der Hacker verwendete, wurde inzwischen deaktiviert.
Das Monitoringsystem habe funktioniert, „das ist die gute Nachricht", sagte Eric Seidel, Bürgermeister von Oldsmar. Selbst wenn das Problem nicht bemerkt worden wäre, gebe es Redundanzen, die die Änderung des pH-Werts angezeigt hätten.
FBI ermittelt
Gualtieri sagte, Natriumhydroxid werde in einer Wasseraufbereitungsanlage zur Kontrolle des Säuregehalts des Wassers und zur Entfernung von Metallen aus dem Trinkwasser verwendet. Auch wenn die Änderung nicht sofort bemerkt worden wäre, hätte es zwischen 24 und 36 Stunden gedauert, bis das aufbereitete Wasser ins Versorgungssystem gelangt wäre.
Der Fall werde nun unter anderem von der Bundespolizei FBI untersucht. Bislang gebe es keine Verdächtigen. Auch sei noch unklar, ob der Angriff innerhalb oder außerhalb der USA erfolgt sei. (hp/dpa)



