Das Wasserwerk Tegel, das den Berliner Wasserbetrieben gehört, ist an dem Projekt beteiligt.

Das Wasserwerk Tegel, das den Berliner Wasserbetrieben gehört, ist an dem Projekt beteiligt.

Bild: © Berliner Wasserbetriebe/Joachim Donath

Digitalisierung in die Wasserversorgungsunternehmen bringen – das ist das Ziel des Verbundprojekts W-Net 4.0. Geoinformations-, Simulations- und Datenanalyse-Tools sollen dafür in einer sicheren, einfach zu handhabenden Web-Plattform vereint werden, die viele Vorteile mit sich bringt.

So sollen Sensoren systematisch die Wasserqualität, die Auslastung des Netzes und dessen fehlerfreies Funktionieren überwachen. Ein Leitsystem wird die flexible Steuerung von einer zentralen Stelle aus ermöglichen. Zudem könnten einige Vorgänge im Betriebsablauf automatisiert werden. Die digitale Abbildung des kompletten Leitungssystems ermöglicht die Simulation von Szenarien und Eingriffen in die Infrastruktur.

Nutzer des Tools an Entwicklung beteiligt

Die Leitung im Verbund sowie die Entwicklung des Datenanalyse-Tools übernimmt das Fraunhofer-Institut Karlsruhe. Dabei will das Forschungsinstitut insbesondere seine Kompetenz in Methoden des maschinellen Lernens und der Künstlichen Intelligenz einbringen. An seiner Seite steht die COS Systemhaus OHG (Ettlingen), die die Entwicklung eines benutzerfreundlichen Geoinformationstools und die Anbindung der Datenanalyse- und Simulationstools obliegt, sowie die 3S Consult GmbH (Karlsruhe/Garbsen), die für die Entwicklung von Simulationstools und Trainingssimulatoren verantwortlich ist.

Auch die potenziellen Nutzer des mit 1,6 Mio. Euro vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Projekts sind von Anfang an mit an Bord: Die Schwarzwald Wasser GmbH testet und koordiniert die Anwendung der neuen Plattform bei den Wasserversorgern Stadtwerke Bühl, Nagold, Meßkirch und Glatten. In der Hauptstadt wollen die Berliner Wasserbetriebe als großer Endanwender den Fokus auf Datenanalyse im Bereich Trinkwasserqualität sowie bei Abwasserprozessen legen.

Hürden für Wasserversorger abbauen

"Die Technologien für ein solches digitalisiertes Wasserversorgungs-Szenario sind im Prinzip längst entwickelt. In der Praxis sind allerdings die Einstiegshürden für die allermeisten Wasserversorger noch zu hoch", erklärt Thomas Bernard vom Fraunhofer-Institut für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung die Motivation. Aus diesem Grund solle das modulare und skalierbare Konzept in Kombination mit passenden Schulungsangeboten für die Mitarbeiter kleiner und mittlerer Wasserwerke Abhilfe schaffen. Das Forschungsprojekt "Dynamische Wertschöpfungsnetzwerke basierend auf Industrie 4.0-Technologien zur nachhaltigen Sicherheits- und Betriebsoptimierung von Wassersystemen" startete im November 2018 und ist auf drei Jahre angelegt. (hol)

Lesen Sie weiter mit Ihrem ZFK-Abonnement

Erhalten Sie uneingeschränkten Zugang zu allen Inhalten der ZFK!

✓ Vollzugriff auf alle ZFK-Artikel und das digitale ePaper
✓ Exklusive Analysen, Hintergründe und Interviews aus der Branche
✓ Tägliche Branchen-Briefings mit den wichtigsten Entwicklungen

Ihr Abonnement auswählen

Haben Sie Fehler entdeckt? Wollen Sie uns Ihre Meinung mitteilen? Dann kontaktieren Sie unsere Redaktion gerne unter redaktion@zfk.de.

Home
E-Paper